Im Jahr 2016 habe ich ein Video gemacht, in dem ich meinen ZuschauerInnen erkläre, warum ich Feminist bin. Ich habe es einfach gehalten und erläutert, was Feminist-Sein für mich bedeutet: Ein Mensch zu sein, der an die Gleichberechtigung der Geschlechter glaubt.

Besonders bei meinem Coming Out wurde ich von Frauen in meinem näheren Umfeld unterstützt: Von meiner Mama und meiner älteren Schwester, bis hin zu Freundinnen an der Schule, die mich vor kritischen Mitschülern verteidigten. Mein Leben wurde maßgeblich von starken Frauen geprägt und es schien mir daher verrückt, mich nicht als Feminist zu bezeichnen.

Doch kurz nach Veröffentlichung des Videos wartete eine böse Überraschung auf mich: Der Hass der anti-feministischen Trolle im Netz. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits seit sieben Jahren aktiver Social-Media-Nutzer, aber mir war noch nie so intensiver Hass (und so bunte Schimpfwörter!) begegnet, wie nach meinem Bekenntnis zum Feminismus.

Die negativen Rückmeldungen haben mich zwar anfangs schockiert, aber mich auch wachgerüttelt und noch mehr in meiner Überzeugung bekräftigt. Wir alle, die wir an die Gleichberechtigung der Geschlechter glauben, sollten aktiv werden und so laut wie möglich über die Wichtigkeit dieses Themas sprechen. Wir dürfen die Trolle nicht gewinnen lassen.