#BrichDeinSchweigen
Denn es ist leider bittere Realität...
Denn es ist leider bittere Realität...

Ein Mädchen, das am Schmerz fast zerbricht, dann aber die Mauer des Schweigens einreißt. „Brich dein Schweigen“ heißt die neue Kampagne des Kinder- und Jugendnotrufs „Rat auf Draht“ (147). Das dazugehörige Lied und Drehbuch stammen vom Falco Luneau. Die Tochter seiner Freundin, Lea, spielt darin das Missbrauchsopfer. Als Täter konnte Falco Harald Krassnitzer gewinnen. Falco Luneau ist Initiator und Projektleiter von Wolfsrachen, Drehbuchautor und Sänger, der Song wurde geschrieben und produziert von Oliver Pinelli (u.a. Unheilig, Nena etc).

Spendeninformationen:
SOS – Kinderdorf
IBAN:
AT10 2011 1827 1734 4400 BIC: GI BAATWWXXX
Aktion / Verwendungszweck: 238116

Wie bist du zu diesem sehr schwierigen Thema der Gewalt an Kindern und Jugendlichen gekommen?

Das Ganze ist sehr spontan und versehentlich entstanden. Wir haben den Song „Frieden ist kein Wintergarten“ mit dem Schülerchor meiner früheren Musikmittelschule aufgenommen. Während der Aufnahmen waren die Schüler sehr schüchtern. Ich habe dann einfach – eigentlich ohne Grund – die 60 Schüler gefragt, wer von Ihnen schon mal gemobbt wurde.

Zuerst ist ein Kind aufgestanden, später sogar 85 Prozent. Somit wurde aus dem Song nicht etwas für Flüchtlingsorganisationen, sondern eine Schulbildungsinitiative zum Thema Menschenrechte und europäische Werte.

Sind denn tatsächlich so viele Kinder betroffen?   

Ich habe die Information bekommen, dass pro Klasse im Durchschnitt zwei SchülerInnen Opfer sexueller Misshandlungen sind, jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Junge von psychischer und physischer Gewalt betroffen ist. Hierbei spreche ich nicht von der „gesunden Flausen“ die man vielleicht einmal bekommt. Der Jugendsuizid ist um dreißig Prozent gestiegen.

Die Zahlen sprechen also für sich. Wie möchtest du dem mit deinem aktuellen Projekt „Brich dein Schweigen“ entgegenwirken? 

Das ganze Projekt wurde von der Kinder- und Jugendanwaltschaft und von PsychologInnen begleitet. Jeder einzelne Schritt wurde sehr genau besprochen und 20 mal angepasst bis wir zum jetzigen Ergebnis gekommen sind. Ich habe hierbei mit vielen PsychologInnen von Frauenhäusern und Kinderauffangzentren in Holland telefoniert.

In Holland ist dieses Thema viel öffentlicher. Es wird vielmehr in Talkshows und Radios kommuniziert. Bei uns gibt es das ja eigentlich gar nicht. Aus diesem Grund ist die Hemmschwelle auch so groß. Es geht vor allem darum, sich regelmäßig mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

... darum möchtest du direkt an die Schulen gehen?

Es wäre schön mit dieser Aktion die jungen Betroffenen so zu erreichen, dass sie so früh wie möglich den Mut finden, sich zu öffnen.  Sie haben noch ihr gesamtes Leben vor sich und es ist unerträglich, so eine Bürde alleine herum tragen zu müssen. Es gibt Hilfe, sie können und vor allem dürfen darüber sprechen, denn es gibt viele, mit denen sie das Schicksal teilen können, ohne es gleich in einer Zeitung zu erwähnen.

Je früher dies geschieht, desto leichter wird es um wieder weiter zu gehen, sodass nicht erst mit 40 oder 50 alte Wunden aufbrechen. Opfer, vor allem Männer, werden auch sehr oft zu neuen Tätern. So wird das Problem immer weitergegeben.

Es geht also darum, so früh wie möglich einen (sich vielleicht sogar über Generationen) wiederholenden Kreislauf zu durchbrechen. Darum ist es wichtig, dieses Thema nicht nur zuhause, sondern vor allem in der Schule, im Kollektiv im Klassenzimmer zu besprechen und es auch in den Unterricht einzubauen.

Sind Eltern und Lehrer keine Ansprechpersonen?
Sicher, aber wieviel Kinder gehen zum Lehrer, zur Mutter oder zum Vater und erzählen einfach drauflos? Die Schwelle ist hierbei einfach zu groß...ein anonymes Whats App zu schicken ist da viel leichter! Dazu braucht man aber eine Kontaktadresse. Ich habe auch schon viele Jugendliche gefragt: „Würdet ihr unter dem Motto „Jugendliche für Jugendliche“ einen € von eurem Taschengeld hergeben zur Finanzierung eures eigenen Notrufs um somit vielen anderen Kindern und Jugendlichen helfen zu können? “

Und die Antwort war?

„Ja, klar. Ein Euro pro Woche oder pro Monat?“

Und ich habe daraufhin gesagt: „Nein ein Euro pro Jahr“.

„Ja, sicher.“

Wir haben es mit dem Projekt „Brich dein Schweigen“ in die breite Medienlandschaft geschafft, jetzt soll es direkt die Schulen und Jugendsozialzentren erreichen. Hierfür benötigen wir noch unbedingt UnterstützerInnen! Bitte helft mit!


Welche Botschaft möchtest du den Kindern und Jugendlichen mitgeben?
Du bist nicht allein!

 

Nähere Infos auf www.wolfsrachen.com