Was tun, wenn es einfach nicht mit einer Schwangerschaft klappen will? Frauen und Männer mögen sich in dieser Situation vielleicht – wenn auch zu zweit – einsam fühlen. Doch allein sind sie keineswegs. Etwa 15 Prozent aller Paare haben mit Fertilitätsproblemen zu kämpfen. Nicht alle davon holen sich auch medizinischen Rat.

Schwangerschaft als Herausforderung also? Jein! Was vielleicht auf dem ersten Wege nicht möglich ist, funktioniert vielleicht nach Abklärung bzw. Behandlung von Störungen oder Erkrankungen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile dank moderner medizinischer Techniken auch noch weitere verschiedene Möglichkeiten, um einem Kinderwunsch nachzukommen.

Zwischen Statistik und Individualität

Schwanger zu werden klingt zwar einfach, die Empfängnis selber ist allerdings ein durchaus komplexer Prozess. Die Möglichkeit zu einer Schwangerschaft gibt es monatlich nur in einem kurzen Zeitfenster. Wer als Frau seinen Zyklus genau kennt, weiß um die fruchtbaren Tage oder kann diese durch Hilfsmaßnahmen bestimmen lassen. Was die Schwangerschaft betrifft, kommt es also auf den richtigen Zeitpunkt an. Wenn es trotzdem über einen längeren Zeitraum hinweg nicht funktionieren will, dann brauchen Paare Hilfe von außen.

ExpertInnen empfehlen daher, sich in etwa nach zwölf Monaten medizinischen Rat zu holen bzw. ein Kinderwusch- oder Fertilitätszentrum aufzusuchen.

Wer sehr lange zuwartet, verschlechtert logischerweise die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Mit dem Alter nimmt auch die Chance einer Befruchtung ab. Statistisch gesehen können Frauen bis zu einem Alter von 35 Jahren mit einer 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit innerhalb von zwölf Monaten schwanger werden, bei Frauen bis 40 Jahren sind es in etwa nur mehr 20 Prozent. Doch die Statistik allein sagt nichts über die individuelle Situation aus. Denn die Gründe für einen bislang unerfüllten Kinderwunsch sind vielfältig.

Abklären und Lösungen finden

Warum frau nicht schwanger wird, hängt nicht unbedingt nur von der Frau ab. Sowohl Frauen als auch Männer können „schuld“ sein. Da Unfruchtbarkeit ein Paar auch beziehungstechnisch belasten kann, sind Schuldzuweisungen oder Schuldgefühle absolut kontraproduktiv. Denn psychischer und emotionaler Stress ist nicht nur ein Lustkiller, sondern kann die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, sogar negativ beeinflussen.

Neben psychischen Ursachen gibt es medizinische Gründe, warum es zu keiner Schwangerschaft kommt. Erst wenn diese abgeklärt bzw. diagnostiziert wurden, können aufbauend darauf Lösungen durch- und Therapien angedacht werden. Häufige Gründe bei Frauen können unter anderem Zyklus- oder Hormonstörungen, Eierstock- oder Eileiterschädigungen, Endometriose oder Störungen des Immunsystems sein.

Bei Männern können als Gründe unter anderem verminderte Samenqualität, Hormonstörungen, Krampfadern im Hodenbereich, Erkrankungen aus der Kindheit (Hodenhochstand oder Mumps) sowie Infektionen genannt werden.

Der Natur medizinisch nachhelfen

So unterschiedlich wie die Gründe für einen unterfüllten Kinderwunsch, so vielfältig sind auch die Lösungswege.

Je nach Ursache gilt es, gemeinsam mit SpezialistInnen abzuklären, welche Therapie am vielversprechendsten ist.

So können Änderungen der Lebensgewohnheiten oder psychotherapeutische Beratung in bestimmten Fällen ebenso helfen wie medizinische Therapien, wie beispielsweise Hormontherapien oder die Behandlung der jeweiligen Störung – beim Mann oder bei der Frau.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, der Natur etwas nachzuhelfen. Etwa bei der Inseminationsbehandlung, wenn eine Zeugungseinschränkung beim Mann bestimmt wurde, oder im Falle von schwerwiegenderen Störungen bei Mann und Frau, durch künstliche Befruchtungen. Begleitend können außerdem alternativmedizinische Therapien helfen, Paaren den Kinderwunsch schlussendlich doch zu erfüllen.