Dass Alkohol und Nikotin ungeborenes Leben schädigen können, dürfte allseits bekannt sein. Und dass eine werdende Mama längst nicht für zwei essen muss, auch. Doch es empfiehlt sich ebenso, den Speiseplan hinsichtlich anderer Bestandteile zu überprüfen, wenn man dem Ungeborenen beste Entwicklungschancen bieten will. Denn konventionell, also industriell erzeugte Lebensmittel enthalten immer weniger ihrer Wirkstoffe und Mangelerscheinungen treten trotz (oder gerade wegen) Lebensmittelüberschusses in der westlichen Welt immer häufiger auf.

Vitamine

Bereits innerhalb des ersten Monats nach der Empfängnis werden Gehirn und Rückenmark des Kindes angelegt, grundlegende Zelldifferenzierungen finden statt. Doch so früh ist die Schwangerschaft meist noch unbemerkt, weshalb auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure (Vitamin B9) und anderen lebenswichtigen Mikronährstoffen bereits ab Kinderwusch zu achten ist.

Auch Vitamin A-Residuen beeinflussen die Zellbildung enorm. Da der Körper überschüssiges Vitamin A nicht abbauen kann, ist eine Überdosierung jedoch von Schaden für den Körper, Ungeborene können davon Missbildungen erleiden.

Zur Ausbildung von Knochen und Zähnen trägt Vitamin D wesentlich bei und reguliert den Calciumhaushalt des Körpers. Es kann als einziges Vitamin mit Hilfe von Sonnenlicht aus Cholesterol vom Körper selbst produziert werden.

Vitamin C ist als sehr effektives Antioxidans unentbehrlich für die Regeneration der Zellen, die Wundheilung und die Stärkung des Immunsystems der Mutter. Der Komplex der B-Vitamine unterstützt die Bildung von Haut, Haaren, Nägeln, Schleimhaut und Nerven.

Mineralstoffe

In verschiedenen Abschnitten der Schwangerschaft, also bestimmten Entwicklungsphasen des Fötus, braucht der weibliche Organismus ebenso eine größere Menge an Mineralen. In etwa der 18. Schwangerschaftswoche und im dritten Trimester der Schwangerschaft ist es vor allem ein erhöhter Calciumbedarf für die Ausbildung von Knochen und Zähnen. Nimmt die Schwangere zu wenig Calcium auf, greift der Körper auf seine Vorräte zurück, was sich negativ auf Zähne und Knochen auswirken kann – und zwar sowohl auf die der Schwangeren als auch die des Kindes. Ebenfalls zum Knochenaufbau wird Magnesium benötigt.

Es ist aber auch Co-Faktor vieler Stoffwechselprozesse und kann bei Mangel neben Bauch- und Wadenkrämpfen auch zu Fehlgeburten und frühzeitigen Wehen führen. Besonders groß ist der Bedarf in der 22. Schwangerschaftswoche. Sollte dieser über Magnesiumpräparate gedeckt werden, ist unbedingt zu beachten, dass Eisen die Magnesiumaufnahme im Körper behindert.

Spurenelemente

Dagegen ist Eisen wichtig für die Blutversorgung und den Aufbau der inneren Organe des ungeborenen Kindes. Da in der Schwangerschaft im Körper der Frau ca. ein Liter mehr Blut zirkuliert, braucht auch sie mehr Eisen. Dessen Aufnahme wird mit Vitamin C deutlich verbessert.

Ab der 12. Schwangerschaftswoche benötigt das Ungeborene zudem mehr Jod für die eigene Schilddrüse und die Entwicklung des Gehirns. Zink ist vor allem als Co-Faktor für die Bildung vieler Enzyme wichtig und hilft unter anderem dabei, den Körper zu entgiften und Infekte abzuwehren. Selen findet sich ebenfalls in vielen Enzymen und wirkt als Antioxidans und Radikalfänger.

 

Vorkommen von Nährstoffen

Vitamin A – in Leber, Milch und Eigelb.
Vitamin B-Komplex – in Vollkornbrot, Getreide, Kartoffeln und Milch.
Vitamin B12 – muss nur bei strengen Vegetarierinnen kontrolliert werden.
Vitamin C – in frischem Obst und Gemüse, vor allem Zitrusfrüchten.
Vitamin D – in Lebertran, Eigelb und Milch.
Folsäure – in Kartoffeln, Tomaten, Kohl, Fleisch, Fisch und Milchprodukten, Innereien und Weizenkeimen.
Calcium - in Milch und Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Brokkoli, Fenchel, Mangold oder Grünkohl und Sesamsamen.
Magnesium - in grünem Gemüse vorhanden, aber auch in Nüssen, Mandeln und Samen.
Eisen – in Leber, Fleisch, Linsen, Hirse, Petersilie.
Jod – in Salzwasserfischen, jodiertem Speisesalz und zum Teil auch im Trinkwasser.
Zink – in Fleisch, Fisch, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten sowie in Eiern und Käse.
Selen – in Fleisch, Fisch und Eiern.