Seit einiger Zeit besteht die Möglichkeit, Nabelschnurblut des eigenen Kindes direkt nach der Geburt zu gewinnen und einlagern zu lassen. Denn die darin enthaltenen Stammzellen könnten sich im Laufe des Lebens als äußerst wichtig und hilfreich erweisen. Etwa bei einer Vielzahl von Erkrankungen, die damit gezielt behandelt werden können. 

Stammzellen

Die Stammzellen, gewonnen aus dem Nabelschnurblut, sind einzigartig wie ein Fingerabdruck oder die Persönlichkeit des Kindes. Stimmen sie doch mit sämtlichen Gewebemerkmalen bestens überein. Auch sind neonatale Stammzellen konkurrenzlos teilungsfreudig und vital, da sie ohne jegliche Beeinträchtigung durch die Umwelt oder den Alterungsprozess auskommen. In der Regel sind sie auch frei von Viren und Bakterien.

Müssen sie im Laufe des Lebens aufgrund einer Erkrankung zur Anwendung kommen, profitiert der Betroffene von der Anpassungsfähigkeit und der Flexibilität der Stammzellen. Aufgrund des hohen Differenzierungspotenzials sind sie in der Lage, sich in eine Vielzahl von Zelltypen zu entwickeln, die bei zahlreichen Erkrankungen hilfreich für die Heilung sein können. 

Vorsorgen und Gutes tun

Doch das Einlagern von Nabelschnurblut ist keinesfalls egoistisch. Mit dieser Entscheidung lässt sich auch Gutes tun. Durch die Kombination aus der individuellen Gesundheitsvorsorge durch Stammzellen aus der Nabelschnur und einer öffentlichen Spende für andere ergibt sich die Möglichkeit, für das eigene Kind vorzusorgen und gleichzeitig erkrankten Kindern zu helfen. Dabei entstehen für die Eltern keine Nachteile. Der Teil zur eigenen medizinischen Vorsorge ist jederzeit für den persönlichen Einsatz verfügbar.

Weiters wird ein zweites Depot als öffentliche Spende angelegt. Damit kommt das Potenzial der Stammzellen allen zugute, nicht nur dem eigenen Kind. Den Spendern entstehen in der Regel keine weiteren Kosten. So lässt sich für das eigene Kind vorsorgen und für andere Kinder Gutes tun. Eine klassische Win-Win-Situation für alle.