Was macht das Blut aus Nabelschnur und Nabelschnurgewebe eigentlich so wertvoll und warum kann es dabei helfen, Leben zu retten? Das Blut in der Nabelschnur enthält sehr viele Stammzellen. Daraus entstehen in weiterer Folge Blut und Immunzellen. Die Stammzellen aus der Nabelschnur sind aber noch nicht auf einen bestimmten Typ festgelegt. Daher ist es möglich, sie zu unterschiedlichsten Gewebe- und Zelltypen im Körper weiterzuentwickeln. Dadurch ergeben sich ganz neue Behandlungsmöglichkeiten bei über 80 unterschiedlichen Krankheiten.

Man unterscheidet grundsätzlich autologe (Eigen-) und allogene (Fremd-) Anwendungen. Etwa bei Leukämie, wo die gesunden Stammzellen eines Spenders neues Blut bilden und das Immunsystem der Erkrankten regenerieren können. Da eigene Stammzellen jedoch den Code für die zu behandelnde Krankheit vermutlich bereits in sich tragen, ist es wichtig, für die Stammzellenbehandlung von z.B. Leukämie fremde zu verwenden (allogene Anwendung).

Einlagern für das eigene Kind

Für das eigene Kind kann die Einlagerung des Nabelschnurbluts im Krankheitsfall einmal bedeutende Vorteile haben. Eigene Nabelschnurstammzellen werden etwa bei frühkindlichen Hirnschäden, seltenen Krebserkrankungen oder Störungen der Blutbildung erfolgreich eingesetzt. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ergibt sich bei Geschwisterkindern. Obwohl die meisten Arten von Erkrankungen nur mit fremdem, nicht mit eigenem Nabelschnurblut behandelt werden, bilden bestimmte Tumorerkrankungen eine Ausnahme. Deshalb ist es wichtig, sich im Vorfeld besonders ausführlich zu informieren, ob eine private Einlagerung der Stammzellen des eigenen Kindes in Frage kommt.

Die Spende rettet Leben

Da das eigene Nabelschnurblut für zahlreiche Krankheiten nicht verwendet werden kann, sind Spenden besonders wertvoll. Eine Nabelschnurblutspende wird auf Wunsch der Eltern nach einer komplikationsfreien Schwangerschaft und der Geburt eines voll ausgereiften Kindes durchgeführt und ist völlig schmerzfrei, weil Blut und Gewebe erst dann aus der Nabelschnur entnommen werden, wenn diese bereits durchtrennt ist. Nach der Abnahme werden zahlreiche Tests und Untersuchungen durchgeführt, bei denen besonders darauf geachtet wird, dass keine Bakterien, Viren oder Pilze vorhanden sind. Anschließend wird das Nabelschnurblut bei bis zu -190°C in flüssigem Stickstoff eingefroren (kryokonserviert) und bleibt so über Jahrzehnte nutzbar. Bei dieser Temperatur kommen alle Lebensprozesse im Zellinneren zum Erliegen, die Stammzellen fallen in einen Dornröschenschlaf.

Blick in die Zukunft

Die medizinische Forschung im Bereich der Stammzellen wird seit Jahren weltweit intensiv gefördert und vorangetrieben. Dadurch dürfte es laut einiger vielversprechender Studien bald möglich sein, mithilfe von Nabelschnurblut nicht nur genetische, sondern auch nicht-genetische Krankheiten wie etwa Diabetes, Rückenmarksverletzungen, Schlaganfall oder Alzheimer effektiv zu behandeln und vielleicht auch zu heilen.Bei der Behandlung nicht-genetischer Krankheiten könnte das eigene Nabelschnurblut genauso gut verwendet werden wie gespendetes Blut. Aber auch die Züchtung von Knochen-, Muskel- oder Gewebezellen könnte mit Stammzellen möglich werden. Dadurch wären etwa Herzklappenfehler besser behandelbar.

Vertrauenswürdiger Partner

Bei einer Einlagerung des Nabelschnurbluts ist es wichtig, eine vertrauenswürdige und erfahrene Nabelschnurblutbank als Partner zu finden. Nur so wird sichergestellt, dass die Stammzellen des Kindes auch über Jahrzehnte einsatzbereit bleiben.