Welche Möglichkeiten einer künstlichen Befruchtung gibt es?

Unter künstlicher Befruchtung versteht man im strengen Sinn die Befruchtung im Reagenzglas. Das heißt, der Patientin werden – üblicherweise nach einer Stimulationsbehandlung der Eierstöcke - Eizellen entnommen und dann im Reagenzglas entweder mit dem Samen des Partners zusammengebracht oder es wird ein einzelnes Spermium mit einer dünnen Nadel in eine Eizelle injiziert und man beobachtet dann, ob eine Befruchtung stattfindet. Das sind grundlegend die beiden Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung.

 

Welche Rolle spielt der männliche Part bei einer künstlichen Befruchtung?

Von der männlichen Seite her ist dieser Vorgang bei normalem Spermiogramm kein Problem, der Mann muss lediglich sein Sperma abgeben. Es gibt aber eine ganze Reihe von Patienten, bei denen so wenige Spermien im Ejakulat enthalten sind, dass man eine Gewebsprobe aus dem Hoden entnehmen muss, die dann unter dem Mikroskop auf das Vorhandensein von einzelnen Spermien  untersucht wird. Das ist eine sogenannte TESE – Testikuläre Extraktion von Spermien.

Es gibt auch andere Verfahren wie die Punktierung aus den Nebenhoden, die aber heute nur noch sehr selten Anwendung findet. Es gibt natürlich bei Männern, die eine gestörte Spermienbildung haben, auch die Möglichkeit, die Spermatogenese mit bestimmten Medikamenten zu stimulieren und damit in den Hormonhaushalt einzugreifen.

 

Welche Risiken treffen bei solchen Behandlungen den Mann?

Der Mann hat bei einer normalen Sperma-Abgabe natürlich kein Risiko. Bei der TESE steht natürlich wie bei jedem operativen Eingriff die Gefahr einer Infektion des Gewebes, das unter Umständen sogar ein großer Teil des Hodens entfernt werden muss, wenn nur noch wenig reproduktionsfähiges Gewebe vorhanden ist.

 

Welche davon haben die besten Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung?

Die Erfolgsaussichten sind natürlich sehr stark vom Alter des Paares, insbesondere der Frau abhängig, d.h. ab einem Alter von 35 nimmt die Erfolgsrate ab, sie liegt im Mittel um die 40 Prozent. Bei der TESE ist die Erfolgsrate von vornherein niedriger und liegt aber dann auch bei ca. 30 Prozent.