Was hilft werdenden Müttern, sich auf die Geburt vorzubereiten?

Prinzipiell bereitet sich der weibliche Körper von selbst ganz toll darauf vor: Die Hormone stellen sich um, das Gewebe wird weicher. Wer sich körperlich vorbereiten möchte, bleibt am besten auch während der Schwangerschaft fit. Besonders geeignete Sportarten sind Yoga, Brustschwimmen und Gymnastik.

Viele Frauen haben Angst vor der Geburt. Wie lässt sich diese lindern?

Für die psychische Vorbereitung rate ich zu einem Gespräch mit der Hebamme des Vertrauens, um Ängste abzubauen. Dabei handelt es sich um eine sehr individuelle Beratung, bei Bedarf werden auch Möglichkeiten wie Hypnose und verschiedene Entspannungstechniken besprochen.

Im Mutter-Kind-Pass ist seit einiger Zeit eine freiwillige Hebammen-Beratung enthalten. Werdende Mütter können diese schon sehr früh – zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche – kostenlos in Anspruch nehmen.

Wie hilfreich ist ein Geburtsvorbereitungskurs?

Meiner Erfahrung nach macht es beim ersten Kind auf jeden Fall Sinn, sich ausreichend vorzubereiten. Jede Hebamme hat ihren eigenen Ansatz und bietet verschiedene Kursarten an. Themen der Kurse sind zum Beispiel: Wie merke ich, wann es losgeht? Wie kann mich der Partner unterstützen? Wie sieht das Leben mit einem Neugeborenen aus? Was sollte ich über das Stillen wissen?

Geburt im Krankenhaus oder Hausgeburt – was empfehlen Sie?

Der Wunsch des Geburtsortes sollte von der Frau selber kommen. Bei einer komplikationslosen Schwangerschaft ist eine Hausgeburt durchaus möglich. Allerdings kann nicht jede Frau daheim gebären, zum Beispiel bei Zwillingen oder Frühgeburten. Aktuell entscheiden sich aber nur rund 1,2 Prozent der Frauen dafür. Eine Alternative sind Geburtshäuser, wo ähnliche Rahmenbedingungen wie bei einer Hausgeburt herrschen.

Worauf muss man bei einer ambulanten Geburt achten?

Wenn Mutter und Kind ab drei bis zu 24 Stunden nach der Geburt nach Hause gehen, spricht man von einer ambulanten Geburt. Man sollte sich ausreichend darauf vorbereiten und bereits im Vorfeld eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung und einen Kinderarzt für die erste Mutter-Kind-Pass-Untersuchung organisieren. Weil im neuen Alltag wenig Zeit bleiben wird, kann man gesunde Lebensmittel vorkochen und einfrieren. Im Idealfall bleibt der Partner mindestens zwei Wochen zu Hause.

Welchen Rat geben Sie Eltern für das Wochenbett?

Das Wochenbett sind die ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt, die ersten beiden Wochen nennt man Früh-Wochenbett. In dieser Zeit sollte sich die Mutter viel Ruhe gönnen und nur wenig Besuch empfangen. Außerdem viel liegen, denn so bilden sich die Organe rascher zurück, die Milch wird besser produziert, dem Schlafmangel wird entgegengewirkt und kleine Verletzungen verheilen besser.

Welche ersten Herausforderungen können für die frisch gebackenen Eltern zu Beginn auftreten?

Viele junge Familien sind nicht darauf vorbereitet, dass sich gerade am Anfang alles um das Neugeborene dreht. Das kann sehr anstrengend sein, deshalb sollte man sich rechtzeitig Unterstützung organisieren. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und sich auf die neue Situation einzulassen. Es sollte einem außerdem bewusst sein, dass ein Kind die Paarbeziehung verändert.