Das Blut in der Nabelschnur und der Plazenta enthält blutbildende Stammzellen und das macht es so wertvoll. Daraus entstehen in weiterer Folge Blut- und Immunzellen. Die Stammzellen aus der Nabelschnur sind aber noch nicht auf einen bestimmten Typ festgelegt. Daher ist es möglich, sie zu unterschiedlichsten Gewebe- und Zelltypen im Körper heranzuzüchten.

Dadurch ergeben sich revolutionäre Behandlungsansätze und Therapieerfolge bei über 70 unterschiedlichen Krankheiten. Etwa bei Leukämie, wo die gesunden Stammzellen eines Spenders neues Blut bilden und das Immunsystem des Erkrankten auf diese Weise regenerieren können.

Da zum Beispiel bei Leukämien im Kindesalter, die Stammzellen zumeist die genetische Information für die zu behandelnde Krankheit in sich tragen, ist es wichtig, für die Stammzellenbehandlung nicht das eigene, sondern fremdes Nabelschnurblut eines Spenders zu verwenden.

Problemlose Lagerung über Jahrzehnte

Eine Nabelschnurblutspende wird nach einer Schwangerschaft und der Geburt eines voll ausgereiften Kindes mit Einverständnis der Mutter durchgeführt und ist für Mutter und Kind völlig schmerz- und risikofrei. Denn Blut und Gewebe werden erst dann aus der Nabelschnur entnommen, wenn diese bereits vom Baby getrennt ist.

Ermöglicht Behandlungsansätze und Therapieerfolge bei über 70 unterschiedlichen Krankheiten.

Nach zahlreichen Tests und Untersuchungen, bei denen besonders darauf geachtet wird, dass keine Bakterien, Viren oder Pilze vorhanden sind, wird das Nabelschnurblut bei -190°C eingefroren und bleibt so über Jahrzehnte frisch und jederzeit nutzbar. Bei dieser Temperatur kommen alle Lebensprozesse im Zellinneren zum Erliegen, die Stammzellen fallen in einen Dornröschenschlaf.  

Heilen mit Stammzellen

Aber nicht nur für anonyme Empfänger kann die Einlagerung des Nabelschnurblutes bedeutsame Vorteile haben. Auch das eigene Kind profitiert in vielerlei Hinsicht davon. Eigene Nabelschnurstammzellen werden etwa schon bei frühkindlichen Hirnschäden, seltenen Krebserkrankungen oder Störungen der Blutbildung erfolgreich eingesetzt. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ergibt sich bei Geschwisterkindern.

Blick in die Zukunft

Die medizinische Forschung im Bereich der Stammzellen wird seit Jahren intensiv gefördert und vorangetrieben. Dadurch dürfte es laut einigen Experten bald möglich sein, mit Hilfe von Nabelschnurblut selbst nicht-genetische Krankheiten wie etwa Alzheimer oder Diabetes effektiv zu behandeln und vielleicht auch zu heilen.

Bei der Behandlung nicht-genetischer Krankheiten können oft nur die eigenen Stammzellen genutzt werden. Die Züchtung von Knochen-, Muskel- oder Gewebezellen hingegen ist, mit der Nutzung einer bestimmten Art von Stammzellen, bereits seit längerem mehr als nur Zukunftsmusik.