Ist Stillen das Beste fürs Neugeborene?

Das ist definitiv so, Stillen ist nach wie vor das Beste fürs Baby. Dabei geht es nicht nur um die unmittelbare Gesundheit. Aus Studien wissen wir mittlerweile, dass das spätere Körpergewicht mit der Dauer der Stillzeit zusammenhängt. Je länger gestillt wird, desto geringer ist das Risiko, dass der Erwachsene später übergewichtig wird.

Zum Nutzen des Stillens wird derzeit intensiv geforscht. Vor allem die frühkindliche Nahrung prägt die Verdauung mit. Da spielen beispielsweise die Ausschüttung von Sättigungshormonen eine wichtige Rolle, durch welche das Kind seinen Hunger viel besser wahrnehmen kann.

Dies hat einen Zusammenhang mit den Inhaltsstoffen der Muttermilch, welche bei der Reifung des Verdauungstrakts des Babys zentral sind.

Viele Mütter können oder wollen nicht stillen. Welche Alternativen gibt es für sie?

Wenn Mütter nicht stillen können oder wollen, dann gibt es Alternativen. Diese sind nicht mit der Muttermilch gleichzusetzen, da einige Bausteine und Inhaltsstoffe aktuell nicht künstlich ersetzt werden können. Man muss aber sagen, dass die Flaschennahrung immer besser wird und wirklich versucht wird, die Muttermilch bestmöglichst nachzuahmen.

Trotzdem bleibt sie nicht die gleiche. Wenn gar nicht gestillt werden möchte, dann sollte man versuchen, dem Baby zumindest die ersten Tage lang die Muttermilch zu geben, denn dort sind die wichtigsten Immunstoffe enthalten. Die Milch kann natürlich abgepumpt und mit der Flasche gegeben werden.

Wichtig ist auf alle Fälle, dass das Baby viel Hautkontakt hat. Ausgiebiges Bonden ist essentiell.

Welche Gründe kann es haben, dass Mütter nicht ausreichend stillen können?

Das Wissen darum, dass die Muttermilch das Beste fürs Kind ist, setzt die Mütter ganz schön unter Druck. Wenn es nicht sofort funktioniert, haben sie das Gefühl zu versagen oder dem Kind etwas vorzuenthalten. Das hat auch mit einer falschen Erwartungshaltung zu tun. Wir glauben immer, es müsse alles ganz schnell gehen und sind auf Erfolg aus.

Es ist nicht selbstverständlich, dass es direkt von Anfang an klappt. Mutter und Kind brauchen auch ein bisschen Zeit, sich kennen zu lernen. Das Sicherheitsgefühl der Mutter sollte gestärkt werden, dass sie auch mal ausprobieren kann, was funktioniert und was nicht.

Man hört oft, dass ein gut funktionierender Babybauch sehr wichtig ist für die Zufriedenheit des Babys. Wie geht das?

Ein gut von sich aus funktionierendes Babybäuchlein gibt es nicht. Bis zur Geburt ist der Darm quasi arbeitslos, er ist unreif und muss sich während der ersten drei Lebensmonate noch entwickeln. Die Darmkrämpfe, die sogenannten Koliken, gehören dazu. Wichtig ist, dass das Baby wenig Stress erfährt. Dass nicht zu viel Besuch bei den Eltern ist und dass das Baby nicht zu oft aus der Hand gegeben wird.

Beim Trinken dürfen die Babys auch erst eine kleinere Menge zu sich nehmen und später dann mehr. Man sollte aber darauf achten, dass eine Brust leer getrunken wird, bevor an der anderen angesetzt wird. Die Muttermilch ist anfangs wässriger und enthält gegen Ende einen höheren Fettgehalt.

Das ist sozusagen die Nachspeise, das Tiramisu… da sind die Kohlenhydrate drin. Was die Mutter in der Schwangerschaft an Lebensmitteln gut vertragen hat, das kann sie auch in der Stillzeit ohne Probleme zu sich nehmen. Schadstoffe wie zum Beispiel Nikotin gehen in die Milch über und sollten deshalb vermieden werden.

Wie wirkt sich Fläschchennahrung auf den Babybauch aus?

Die Prenahrung ist im Allgemeinen leichter verdaulich. Man kann sie tatsächlich übers ganze erste Lebensjahr geben. Wichtig ist dabei einfach, dass man auf die Sättigungszeichen des Kindes achtet. Es muss nicht per Definition die Flasche leer getrunken werden. 800 Milliliter in 24 Stunden ist ein Mass, über 6-10 Mal Fütterungen am Tag. Dabei kann man kann ruhig auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen.