Fieber, Kopfschmerzen und Hautblutung: Meningokokken-Erkrankungen treten in Österreich sehr selten auf und verlaufen nur in den seltensten Fällen tödlich. Dennoch warnen Mediziner wie Prof. Dr. Mutz vor der schrecklichen Krankheit. Vor allem für Kinder und junge Erwachsene sind entsprechende Impfungen daher sehr empfehlenswert.

Dr. Mutz, was genau versteht man unter einer Meningokokken-Erkrankung?

Meningokokken sind Bakterien, die sich bei 10 Prozent bis 30 Prozent der Menschen in Österreich in Nasen- und Rachenraum anfinden lassen. Übertragen werden diese durch Tröpfcheninfektionen. Kommt es zu einer Neubesiedelung durch einen Meningokokken-Stamm, kann in sehr seltenen Fällen eine schwere inversieve Erkrankung, die Meningokokken-Menengitis oder -Sepsis, ausbrechen. Diese Erkrankung tritt in Österreich zwischen 50 und 100 Mal im Jahr auf. Knapp 10 Prozent der Erkrankten sterben auch daran.

Welche Gruppen sind besonders anfällig?

Besonders betroffen sind Säuglinge, Kleinkinder bis hin zu Adoleszenten. Bei Erwachsen ist die Krankheit dann deutlich seltener zu finden. Meningokokken treten meist in Clustern auf. Man bezeichnet sie daher auch als Zeitungskrankheit, weil ihr schrecklicher Verlauf dann auch oftmals an die Öffentlichkeit kommt.

Woran erkennt man, ob man erkrankt ist?

Die klassischen Zeichen der Meningitis sind Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Besonders typisch für Meningokokken sind jedoch Hautblutungen, die bei einer Sepsis auftreten. Diese reichen von einigen wenigen Blutpunkten bis zu großflächigen Thrombosen. Anfangs sind diese zwar kaum schmerzhaft, jedoch können sie so schlimm werden, dass man betroffene Extremitäten sogar amputieren muss. Es ist ein fürchterliches Krankheitsbild, da der Verlauf bereits in wenigen Stunden zum Tod führen kann. Wenn ein Kind Hautblutungen und Fieber aufweist, müssen bei den Eltern die Alarmglocken läuten!

Welche Möglichkeiten gibt es, sich gegen Meningokokken zu schützen?

Eine Impfung ist der einzige wirkliche Schutz! Es gibt schon seit längerem einen Vierfachimpfstoff gegen die Stämme A,C,W und Y. Seit diesem Jahr gibt es zudem einen Impfstoff gegen den Stamm B. Dies ist besonders erfreulich, da dieser bei uns am häufigsten vorkommt.