Die Pharmaindustrie beschäftigt österreichweit rund 18.000 Mitarbeiter, indirekt 63.000. 9,6 Milliarden Euro beträgt der Wertschöpfungsanteil dieser Industrie, das sind 2,8 Prozent des BIP. Laut einer rezenten Studie generiert ein investierter Pharma-Euro 1,94 Euro.

Im Vergleich der Jahrzehnte sieht die Leistung der pharmazeutischen Unternehmen in Österreich ebenfalls erfreulich aus: 2005 betrug das Produktionsvolumen laut Statistik Austria 1,8 Milliarden Euro. 2015 waren es 2,8 Milliarden Euro. Seit jeher trägt die Industrie zu einer positiven Handelsbilanz bei.

Die pharmazeutische Industrie ist ein Wachstumstreiber, setzt Impulse für Innovationen und bietet vielen Menschen in Österreich einen hochqualitativen Arbeitsplatz. Außerdem leisten wir auch einen entscheidenden Beitrag zu einem funktionierenden Gesundheitswesen, nämlich durch millionenfache Solidarbeiträge, mit denen wir die Leistungsfähigkeit der heimischen Krankenkassen unterstützen.

Was die Wirtschaft braucht

All das wiegt umso schwerer, betrachtet man die schwierigen Rahmenbedingungen, die es für die Industrie zu meistern gilt: Überdurchschnittlich hohe Lohnnebenkosten, arbeitsrechtliche Einschränkungen oder eine mangelnde Förderung von Innovation. Zwar gibt es zaghafte, positive Signale, etwa mit der „Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort Österreich“. Gleichzeitig aber weht der Industrie ein rauer Wind entgegen, etwa durch heuer beschlossene, noch restriktivere Preisregularien. Das gefährdet die hoch qualitative Patientenversorgung und die Standortentwicklung.

Was also muss getan werden, um Österreich als Standort zu stärken?

Wir brauchen mehr klinische Forschung, wir brauchen mehr Unterstützung für Start-ups und die Biotech-Szene. Und natürlich brauchen wir steuerliche Anreize, sowohl für unsere Branche, als auch für die gesamte Industrie. Standortentwicklung geht alle an: Politik, Industrie, Krankenkassen, Behörden, Akademia – wir alle sind der Standort und wir alle müssen am selben Strang für dessen Stärkung ziehen und adäquate Rahmenbedingungen bilden. Davon hängt unser aller Zukunft ab.