Rund ein Fünftel aller ÖsterreicherInnen leidet laut Schätzungen an einer Hörminderung. Häufigste Form ist die Altersschwerhörigkeit, die ab dem 50. Lebensjahr einsetzen kann. Rund die Hälfte aller Männer über 65 und etwa ein Viertel aller Frauen derselben Altersgruppe sind davon betroffen. Sie äußert sich nicht nur in einer generellen Hörminderung, sondern auch in schlechterem Sprachverstehen.

Gesunde Erwachsene sollten ab dem 40. Lebensjahr einmal im Jahr einen HNO-Arzt aufsuchen. Häufig passiert das leider erst, wenn Betroffene bemerken, dass etwas mit ihrem Gehör nicht in Ordnung ist. Hörtests sind rasch und unkompliziert. Die sogenannte Sprachaudiometrie erlaubt es, das Ausmaß einer Hörminderung und deren Bedeutung für das Kommunikationsverhalten im Alltag festzustellen. Liegt eine solche vor, ist der erste Schritt im erfolgreichen Umgang mit dieser, sie zu akzeptieren und dem sozialen Umfeld zur Kenntnis zu bringen, um für eine entsprechende Rücksichtnahme zu sorgen. Ratsam ist auch eine frühzeitige Inanspruchnahme von Hörgeräten.

Schlecht Hören ist ungesund

Viele Betroffene blenden ihr vermindertes Hörvermögen lange Zeit einfach aus. Die Gefahr dabei: Vereinsamung. Wer schlecht hört, kann Gesprächen nicht mehr folgen und fühlt sich selbst mitten unter Menschen allein oder beginnt soziale Situationen gänzlich zu meiden. Persönlicher Austausch ist aber wichtig für das Wohlbefinden und damit auch die eigene Gesundheit.

Wie neue Studien zeigen, ist Hören auch für die geistige Leistungsfähigkeit im Alter wichtig. Menschen mit Hörminderung, die ein Hörgerät verwenden sind deutlich aktiver i als jene, die das nicht tun. Die Gründe dafür sind nicht restlos geklärt. Mitverantwortlich dafür könnte der soziale Rückzug und damit einhergehend der mangelnde Austausch mit anderen Menschen sein. Ein weiterer Grund könnte auch in der verminderten Beanspruchung des Gehirns liegen. Weniger Sinneseindrücke bedeuten weniger Gehirnaktivität und damit weniger Training. Fazit der Studien: Wer gut hört, bleibt länger geistig fit.

Rund sieben Jahre lassen PatientInnen verstreichen, bis sie sich ein Hörgerät anpassen lassen. Darunter leidet nicht nur das Sozialleben, sondern auch das Sprachverstehen. Wer lange schlecht hört, muss sich erst wieder an das Hören und Verstehen gewöhnen. Je früher man zu einem Hörgerät greift und je häufiger man dieses trägt, umso besser.

Hörgeräte werden immer kleiner und auch schlauer

Jedes Ohr ist einmalig, wie ein Fingerabdruck. Hörgeräte werden daher individuell an dieses aber auch an die Bedürfnisse und Wünsche der KundInnen angepasst. Neben den klassischen Geräten hinter dem Ohr oder in der Ohrmuschel gibt es mittlerweile so kleine Geräte, dass sie selbst in den Gehörgang passen. Die Geräte werden jedoch nicht nur immer kleiner, sondern auch immer schlauer: Die meisten passen sich automatisch an die Umgebung an, um optimalen Klang liefern zu können und das Sprachverstehen zu erleichtern. Für die Betroffenen bedeutet das eine gewaltige Steigerung der Lebensqualität und gesellschaftlichen Einbindung. Man muss zwar nicht immer alles hören, es zu können wenn man will, ist aber auf jeden Fall beruhigend.