Wie alt wird man wohl? Und wie lange bleibt man gesund? Ein Blick zu Verwandten verschafft zumindest eine tendenzielle Aussicht: Blieben Urgroßeltern & Co. lange fit, stehen die eigenen Chancen dafür auch gut. Die Frage, ob man für die 10, 20 oder mehr Jahre nach der Erwerbstätigkeit schon frühzeitig Geld auf die Seite packen sollte, beantworten Experten mit: Ja! Schließlich soll der aktuelle Lebensstil wenn nicht gesteigert so doch zumindest beibehalten werden, wenn mit der Arbeit auch der Verdienst entfällt – auch dann, wenn eine Krankheit den Alltag beeinträchtigt. Um zu entscheiden, wie viel als Rücklage auf die Seite gelegt werden sollte und in welcher Form, muss man das hiesige System der Gesundheits- und Altersvorsorge mit seinen Möglichkeiten kennen. 

Gesundheitsvorsorge -     gesamtgesellschaftliches Konzept

Wegen immer älter werdenden Bürgern mit entsprechend höheren Ausgaben für deren Gesundheit ist diese längst ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, das eine ganzheitliche Konzeption verlangt. Teil dessen: die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF). Sie wird auf vielseitige Weise praktiziert, derzeit noch häufiger in großen Unternehmen als in kleinen und mittelständischen. Man baut dort neben der Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze auf Ernährungsberatung, Arbeitspsychologie, Gesundheitschecks, Impfaktionen, Massagen, Entspannungs- und Sportkurse, um vor allem den Stress am Arbeitsplatz zu mindern und die Gesundheit der Mitarbeiter (teils mit staatlicher Hilfe) zu fördern. Über die gesetzliche Krankenversicherung, Zusatzversicherungen und private Krankenversicherungen kann der Arbeitnehmer auch von sich aus viel tun, um seine Vitalität zu erhalten.

Altersvorsorge - drei Finanzierungssäulen für ein glückliches Alter

Gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge bilden die drei Säulen des österreichischen Pensionssystems. Fakt ist: Die gesetzliche Pension allein wird in Zukunft kaum reichen, alltägliche Lebensausgaben zu deckeln, geschweige denn Sonderausgaben im dauerhaften Krankheits- oder Pflegefall.

Die betriebliche Altersvorsorge wird seit 1990 mit dem Betriebspensionsgesetz geregelt. Der Arbeitgeber kann demnach im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses mit dem Betriebsrat einen Kollektivvertrag oder eine Betriebsvereinbarung (alternativ mit dem Arbeitnehmer eine Vereinbarung) über eine zusätzliche Alters-, Hinterbliebenen- und eventuell Invaliditätsvorsorge abschließen. Entsprechende Leistungszusagen erfüllen Pensionskassen, die betriebliche Kollektivversicherung, Lebensversicherer und andere. Mit der betrieblichen Altersvorsorge hat der Verbraucher eine zusätzliche Absicherung, für die der Arbeitgeber verantwortlich ist. Selbständige müssen hier selbst Verantwortung übernehmen, denn sie kommen nicht in den Genuss der Betriebsvorsorge. 

Fragt man Österreicher, so hält sie das aktuelle Zinsniveau davon ab, mehr Geld für die private Altersvorsorge zur Seite zu legen. Immobilienbesitz toppt hierzulande die Angebote privater Pensionsversicherer und auch die staatlich geförderte Pensionsvorsorge, die sogenannte Zukunftsvorsorge. Selbst Klassiker wie Lebensversicherung, Sparbuch und Bausparvertrag bleiben in der Beliebtheit dahinter. 

Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge in Form von Rentenversicherungen und Pensionsinvestmentfonds ist seit 2003 auf dem Markt. Die staatliche Prämie ergibt sich aus dem Prozentsatz der im jeweiligen Kalenderjahr geleisteten Beiträge. Er liegt seit 2012 bei mindestens 4,25 und maximal 6,75 Prozent. 

Experten raten, das Pensionssparschwein mit 10 Prozent der monatlichen Bezüge zu füttern, um etwaige Pensionslücken zu stopfen. Private Altersvorsorge ist insbesondere für Frauen ratsam. Sie haben oft Lücken in ihrer Erwerbsbiografie (wegen Kindererziehung, Angehörigenpflege) und üben oft „nur“ Teilzeit- und Minijobs aus. Außerdem verdienen sie im Schnitt weniger als Männer. Die Investition selbst kleiner Beträge in staatlich geförderte Programme ist für Frauen deshalb eine gute Strategie. Laut dem Bundesministerium für Finanzen sind bisher mehr als 1,6 Millionen Verträge zur Zukunftsvorsorge abgeschlossen, das verwaltete Vermögen ist größer als sieben Milliarden Euro.