Jung und Alt erlebten und erleben eine gemeinsame Welt verschieden. Denn in die persönliche Sicht auf die alltäglichen Dinge, die Weltanschauung fließen viele Erfahrungen ein, die Alt bereits gestern gemacht und Jung morgen noch vor sich hat. Überschneidungen inbegriffen. Glücklich kann sich schätzen, wer die Gemeinschaft von Alt und Jung erleben und deren Früchte genießen kann. Damit Kommunikation dabei verbindet und nicht entzweit, sollte man folgendes über die zwischenmenschliche Kommunikation wissen:

Miteinander reden, zuhören und einander verstehen

Wer redet, sagt nicht nur Worte – die, und das sei hier nur beiläufig erwähnt, zwischen Alt und Jung mitunter sehr wohl verschieden lauten können, gleichwohl sie ein und dasselbe meinen. Nein, der Redende, auch Sender genannt, liefert nach dem Kommunikationswissenschaftler und Psychologen Friedemann Schulz von Thun mit jeder sachlichen Nachricht auch drei Botschaften, die quasi zwischen den Zeilen über die Beziehung zwischen Redner und Zuhörer, auch Empfänger genannt, ausgetauscht werden: Selbstoffenbarung, Beziehungsaspekt und Appell. Wobei die Selbstoffenbarung (Ich-Botschaft) meint, dass man sich mit seinen Worten einerseits gewollt selbst darstellt und andererseits unfreiwillig selbst enthüllt. Der Beziehungsaspekt vermittelt die Beziehung zwischen Redner und Zuhörer. Und mit dem Appell sendet der Redner eine Handlungsaufforderung, um den Empfänger damit zu beeinflussen. Wer es vermag, gut zuzuhören, empfängt bestenfalls alle vier Seiten einer Rede. Und hat die Chance, nach eigenem Gutdünken abzuwägen, zu verstehen und zu antworten. Wichtig:

Kommunikation ist ein lebendiger Prozess, der sowohl Chancen (Verständnis) als auch Risiken (Missverständnis) birgt.

Diese Theorie heruntergebrochen auf Jung und Alt wird an diesem Beispiel deutlich: Eine Großmutter spaziert mit ihrer Enkelin. An einer Ampel wird das Mädchen schneller und ruft: „Grün!“ (Ampelfarbe = Sachinfo). Das Losrennen ist Selbstoffenbarung, sie hat es eilig. Vermutlich geht ihr die Oma nicht schnell genug (Beziehungsaspekt), so dass der Ausruf „Grün!“ auffordern soll (Appell), schneller zu gehen. Die Großmutter könnte sich jetzt auf dem Ohr taub stellen, das den Apell gehört hat. Doch vermutlich wird sie ihre Gangart beschleunigen, denn sie hat Verständnis für das jugendliche Tempo und zeigt dies damit. Eine gelungene Kommunikation zwischen Jung und Alt.