Mit aktuell 99 Programmen in der klinischen Entwicklung zählt Pfizer zu den größten forschenden Pharmaunternehmen der Welt. Rund 10.000 Forscher arbeiten weltweit täglich daran, neue Medikamente und Therapien für Krankheiten wie Krebs, Rheuma oder Alzheimer zu finden oder auch neue Impfstoffe zu entwicklen.

Wie kann man sich die Erforschung eines neuen Medikaments vorstellen?

Medikamentenforschung ist ein Hochrisikobereich. Sie können sich das vorstellen wie ein Abenteuer ins Unbekannte: Oft betreten wir wissenschaftliches Neuland und müssen überhaupt erst die Grundlagen einer Erkrankung verstehen. Misserfolge zu haben, diese genau zu analysieren und daraus zu lernen, ist die Normalität. Manche Projekte scheitern erst sehr spät, wenn man der Lösung schon nahe schien - für den Erfolg gibt es keine Garantie.

In Zahlen ausgedrückt heißt das für ein einzelnes Medikament: Rund 5.000 Wirkstoffkandidaten in ca. 500.000 Labortests, 1.600 Forscher und durchschnittlich 8.500 Patienten in klinischen Studien. Nach 10-12 Jahren kann ein Arzneimittel auf den Markt kommen. Das heißt also jahrelange Detailarbeit, Durchhaltevermögen und hohe Expertise, manchmal gehört aber auch einfach ein Funken Glück dazu.

Welche Rolle spielen neue Technologien in diesem Bereich?

Neue Technologien und Devices wie Datentracker, Sensortechnologien oder künstliche Intelligenz haben das Potential, die Forschung zu beschleunigen. Und das ist für Patienten, die heute noch keine oder keine zufriedenstellende Behandlung zur Verfügung haben, essentiell.

Ein Beispiel ist Krebs. Jeder, der Familienangehörige oder Bekannte mit Krebs hat, weiß wie dringend bessere Behandlungen benötigt werden. Die Forschung hat hier in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Wir wissen heute zum Beispiel, dass Krebs keine einheitliche Erkrankung ist, sondern eine Gruppe mehrerer hundert Krankheitsformen mit verschiedenen genetischen Mutationen. Diese Erkenntnis macht die Suche nach Medikamenten aber nicht unbedingt einfacher.

Ein vielversprechender neuer Ansatz ist die sogenannte „Immunonkologie“. Ziel ist es, das eigene Immunsystem als Kämpfer gegen den Krebs gezielt zu aktivieren bzw. zu unterstützen. Das klingt einfach, die Forschung dahinter ist allerdings hochkomplex. Entsprechend sind enorme Mengen an Daten und Literatur vorhanden – Mengen, die Menschen einfach nicht mehr erfassen und analysieren können.

Um unsere Forscher hier zu unterstützen, arbeiten wir mit dem kognitiven Computerprogramm „IBM Watson for Drug Discovery“. Das Programm hat ungefähr 25 Millionen Abstracts, mehr als 1 Million medizinische Journal-Artikel und Daten zu 4 Millionen getesteten Medikamenten in sich gespeichert. Diese Daten werden natürlich laufend aktualisiert. Und: Das Programm ist intelligent und lernt täglich dazu!

Mit diesem Tool können Forscher also schneller Daten analysieren und Hypothesen testen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und letztendlich rascher immunonkologische Therapien für Patienten zugänglich zu machen. Es ist wie eine Art GPS für den Wissenschaftler, das neue Routen durch den Datendschungel aufzeigt.

Gibt es noch andere Beispiele, wo Sie diese Technologien einsetzen?

Ja, zum Beispiel bei Morbus Parkinson. Parkinson ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen unserer Gesellschaft. Rund 20.000 Menschen sind in Österreich von „dem typischen Zittern“ betroffen, eine Heilung ist bis heute nicht möglich. Und auch die Behandlung ist eine große Herausforderung: Die Therapie muss abhängig vom Krankheitsverlauf und individuellen Ansprechen ständig angepasst werden, und trotzdem ist der Behandlungserfolg bei diesen Patienten oft nicht zufriedenstellend.

Die große Frage ist nun: Wie können wir genauer herausfinden, wie gut eine Behandlung tatsächlich wirkt? Heute verwendet ein Arzt während der Kontrolluntersuchung sog. Standardtests und fragt zum Beispiel den Patienten: „Wie schnell können Sie Ihre Hände umdrehen“. Wenn sich die Bewegung verbessert hat, also leichter möglich ist, ist das gut, denn es heißt, dass die Medikamente wirken. Aber was wirklich zählt, sind die Auswirkungen auf das Alltagsleben des Patienten, also wie schnell ich als Patient aus dem Bett komme, mich anziehen kann oder mir ein Brot schmieren kann – und all die anderen unzähligen Dinge, die ein gesunder Mensch ohne Anstrengung ausführt, die für einen Parkinsonpatienten aber riesige Hürden darstellen.

Sensortechnologien und Wearables können hier unterstützen. Sie können Echtzeit-Daten zum Krankheitsverlauf und zu den Auswirkungen auf das tägliche Leben der Patienten sammeln – das rund um die Uhr und so, dass Patienten es problemlos in den Alltag integrieren können. Das ist ein wesentlicher Aspekt, denn nur so lassen sich Daten unverfälscht sammeln.

Das System erfasst, wie es um die motorischen und kognitiven Fähigkeiten von Patienten steht. Ganz konkret kann es auch messen, wie sich normale Alltagsaktivitäten wie Essen, Anziehen, Schlafen oder Körperpflege unter einer Therapie entwickeln – und genau das sind die Dinge, die den Behandlungserfolg für den Patienten ausmachen.

Mit diesen Daten können Ärzte und Forscher den Krankheitsverlauf und das Ansprechen der Patienten auf Therapien genauer verstehen. Gleichzeitig können Behandlungen verbessert werden, indem sie noch präziser auf die Bedürfnisse der Patienten ausgerichtet werden. Und das ist ganz klar das Ziel, dass unsere Forscher gemeinsam mit Ärzte und Patienten verfolgen.

Mehr zur Forschung bei Pfizer www.pfizer.at

PP-PFE-AUT-0352/09.2017
Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H, Wien