Alle sieben Jahre gibt’s einen Wechsel

Man weiß heute, dass sich der Körper alle sieben Jahre rundum erneuert. Keine Zelle, kein Haar ist demnach wesentlich älter als sieben Jahre. Insofern könnte man das Leben auch in Siebenjahreszyklen zählen. Die Wechseljahre der Frau wären dann einer von vielen. Das käme hin, denn eine durchschnittliche Mitteleuropäerin steckt gut sechseinhalb Jahre im Klimakterium: So nennen Mediziner die Zeit, in der eine Frau ihre letzte spontane Regelblutung (Menstruation) nach einem Eisprung erlebt und mit der ihre Fruchtbarkeit endet (Menopause).

Wechsel von fruchtbar zu unfruchtbar

Der Wechsel von fruchtbar zu unfruchtbar wird von einer Umstellung des Hormonhaushalts verursacht und beeinflusst Körper und Seele der Frauen durch die Wechseljahre hindurch. Mal mangelt es ihnen an Östrogen, mal gibt’s zu viel des weiblichen Hormons, das männliche Hormon Testosteron bekommt entsprechend die Oberhand.

Das wirkt sich auch auf die Sexualität der Frauen aus: So manche klagt über trockenere Schleimhäute während der Wechseljahre. Damit Sex trotzdem noch Spaß bringt und vor allem schmerzfrei bleibt, ist von nun an ein erregendes Vorspiel gefragt, damit die Schleimhäute ausreichend feucht werden. Das braucht Zeit, die Frauen sich jetzt unbedingt nehmen sollten.

Königin in Wechseljahren

Die Hormonumstellung der Wechseljahre kündigt sich im Alter zwischen Mitte Vierzig bis Mitte Fünfzig an, am häufigsten mit durchschwitzten Nächten. Vielen Frauen perlt der Schweiß nachts insbesondere an Dekolleté und Rücken. Oft folgen dem Nachtschweiß Hitzewallungen, die dann auch tagsüber dafür sorgen, dass Frauen mir nichts dir nichts wie in Schweiß gebadet dastehen. Manche Frauen leiden zudem an Haarausfall, während ihnen zugleich im Gesicht plötzlich Haare sprießen, von unreiner Haut und störender Gewichtszunahme ganz zu schweigen. Hinzu kommt oft ein wahres Wechselbad der Gefühle.

Alles Nebenwirkungen, die nichts Neues sind: Denn von Pubertät und gegebenenfalls Schwangerschaft weiß frau noch gut, was es heißt, hormonell gesteuert zu werden und teilweise die Kontrolle über Körper und Gefühle zu verlieren. Doch inzwischen liegen die Mädchenjahre hinter ihr, aus der Prinzessin von einst ist inzwischen eine Königin geworden, die sich mitten in ihrer Regentschaft befindet: Sie steht mit beiden Beinen fest im Leben.

Partner sind gewählt, Kinder geboren, die ersten womöglich schon flügge. Im Job macht ihr keiner mehr so schnell was vor, sie hat die eine oder andere Stufe der Karriereleiter erklommen und schultert die daraus resultierende Verantwortung. Dank ihrer geballten Lebenserfahrung kann eine mithin gestandene Frau den Wechseljahren selbstbewusster begegnen als einst der Pubertät. Und sie ist damit nicht allein:

Mehr als ein Kraut gegen die Wechseljahresbeschwerden

Ob sie Hilfe in Anspruch nimmt, um mit den Nebenwirkungen der Wechseljahre fertig zu werden, kann jede Frau für sich entscheiden. Die Schulmedizin hilft Frauen, die allzu arg von den Wechseljahren geplagt werden, zum Beispiel mit einer individuell zugeschnittenen Hormonersatztherapie. Sie gibt dem Körper die Hormone, die er braucht, aber selbst nicht mehr ausreichend produziert, in Form von Tabletten, Gels, Cremes, Zäpfchen, Pflastern, Sprays oder Spritzen.

Und selbstverständlich ist gegen die Beschwerden der Wechseljahre auch so manches Heilkraut gewachsen. Die traditionelle Frauenheilkunde kennt pflanzliche Mittel wie Mönchspfeffer (Agnus castus) und Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa). Beide enthalten Phytohormone, die den weiblichen Hormonhaushalt regulieren. Aber für Hilfsmittel aus Schul- und Heilmedizin gilt: Sie sollten nur in Absprache mit einem Arzt zur Anwendung kommen.

Sieben Wechseljahre sind sieben Königinnenjahre

Die Wechseljahre sind nur ein Lebenszyklus von vielen. Frauen sollten sie nicht fürchten und sich von Nebenwirkungen nicht die sieben Jahre vermiesen lassen. Denn das hieße, den Wechseljahren Einfluss auf das eigene Leben zu gewähren, der ihnen nicht gebührt. Verschenken Sie nicht sieben Lebensjahre – genießen Sie sie lieber wie eine Königin!