Endlich frei, endlich Zeit, endlich Freizeit. Der Name einer eigenen Internet-TV-Mediathek (www.frei-zeit.tv) und die Tatsache, dass es so etwas für SeniorInnen gibt, sagt schon einiges über das Lebensgefühl jener Generation aus, die mittlerweile mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung Österreichs ausmacht.

Vom klischeehaften Altenbild früherer Tage unterscheidet die heutige, gerne genannte, „silver generation“ neben dem aktiven Erleben der neu gewonnenen Zeit nach einem langen Berufsleben auch noch die Einstellung „Sag nie, es zahlt sich nicht mehr aus.“ Was angesichts des steigenden Durchschnittsalters nicht verwundert. Älter werden heißt heute nicht mehr, sein Leben für andere aufgeben.

Zum Glück im Alter gehört genießen und helfen

Trotzdem schaffen SeniorInnen den Spagat zwischen Leben genießen und der Unterstützung von Kindern, Enkelkindern und Vereinsleben. Ihre Energie scheint ungebrochen, ja sogar zuzunehmen. Eine Seniorenstudie belegt, dass die Sprösslinge mit durchschnittlich 230,- Euro im Monat unterstützt werden. Ein weiteres Ergebnis dieser Studie: Fast zwei Drittel aller befragten der Altersgruppe 60+ haben Funktionen in Vereinen und caritativen Organisationen.

Engagement und Hilfe für die Familie gehören für uns zum Glücklichsein. Aber die Interessen verschieben sich: Es wird mehr in das eigene Leben investiert. An erster Stelle stehen hier sportliche Aktivitäten. Je nach Alter und Fitness vom Marathon über Nordic Walking bis zum Gesellschaftstanz. Das Land Niederösterreich wird heuer erstmals den „Master oft the Year“, den und die SeniorensportlerIn des Jahres 2016 auszeichnen. Bisher gemeldet: Weltmeister im Turmspringen, Schifahren, Race across Amerika und Ältere, die sich in der Pension ihren Lebenstraum erfüllen, wie zum Beispiel die Besteigung des Kilimandscharo.

Zeit ist ein Geschenk, von dem man nie genug haben kann

Wer gerne jammert, dem wird es auch schlecht gehen. Wer dem Alter entsprechend gesund ist und das Leben genießt, hat einen der schönsten Lebensabschnitte vor sich. Im Mittelpunkt der Gestaltung des neuen Freiraumes stehen Reisen, Ausflüge, Ausstellungsbesuche und Bewegung. Alles wird mit viel Energie genossen, zum Ausruhen bleibt im berufsfreien Leben an anderen Tagen Zeit.

Diese Erholungsphasen werden zunehmend wichtiger, trotzdem will man so viel erleben wie möglich. „Die Zeit vergeht schneller als in der Jugend“, diesen Satz meiner Großeltern wollte ich nie wahrhaben. Heute gebe ich ihn unverändert weiter. Es wird schon daran liegen, dass man sich im Alter für alles mehr Zeit lässt, nicht mehr so viel an einem Tag erledigt wie früher. Warum auch: Mehr frei, mehr Zeit (für sich), mehr Freizeit.

All das macht für mich einen gelungenen Ruhestand aus: Die neue Freizeit genießen, die Gesellschaft und die Familie mit meiner Zeit und mit meiner sozialen Sicherheit, meinen finanziellen Möglichkeiten unterstützen. Nie sagen „es zahlt sich nicht mehr aus“. Jeder Tag ist ein Geschenk, nicht nur für die ältere Generation. Und über Geschenke freut sich doch jeder.