Was ist Rheuma überhaupt?

Rheuma ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen, die die Gelenke, die Sehnen und die Muskeln, aber auch die inneren Organe betreffen können. Der Begriff Rheuma kommt aus dem Griechischen und bedeutet „der Fluss“ oder „das Fließen“. Primär, weil man im Altertum angenommen hat, dass diese rheumatischen Beschwerden von Stoffen oder Säften hervorgerufen werden, die im Körper umherfließen.

Und welche unterschiedlichen Formen rheumatischer Erkrankungen gibt es da?

Man unterscheidet im Wesentlichen zwischen entzündlichen und nicht entzündlichen, durch Abnützung oder Alterungsprozesse hervorgerufenen, rheumatischen Erkrankungen. Wobei eine entzündliche Erkrankung eines Gelenks als Arthritis und eine degenerative bzw. durch Verschleiß hervorgerufene Gelenkserkrankung als Arthrose bezeichnet wird.

Diese beiden Formen unterscheiden sich ganz wesentlich. Die bekannteste entzündliche Gelenkerkrankung, die rheumatoide Arthritis, kommt weltweit vor und führt unbehandelt meist zu schweren Deformierungen. Die degenerativen Beschwerden hingegen können durch Abnützungen im Laufe eines Lebens oder durch übermäßige Beanspruchung auch schon in jüngeren Jahren entstehen.

Gibt es Risikogruppen oder kann jeder Mensch Rheuma kriegen?

Rheumatische Erkrankungen kommen in allen Altersstufen, Berufsgruppen und sozialen Schichten vor. Entzündliches Rheuma kann bei einem einjährigen Kind genauso wie bei einem 80 Jahre alten Menschen das erste Mal auftreten. Es gibt keine Altersgrenze, aber doch eine Altershäufigkeit bei der rheumatoiden Arthritis.

Sie tritt oft zwischen dem 40. und dem 60. Lebensjahr erstmalig auf. Die Arthrose ist vordergründig eine Erkrankung des älteren Menschen, wobei sie durch Übergewicht, Fehl- oder Überbelastung, z.B. bei Spitzensportlern, auch schon in jüngeren Jahren auftreten kann.

Bestehen Möglichkeiten zur Vorsorge oder zumindest zur Rheuma-Früherkennung?

Der wesentliche, heute bekannte Risikofaktor für die rheumatoide Arthritis ist das Rauchen. Eine entsprechend gesunde Lebensweise ist natürlich immer von Vorteil. Aber so richtig vorbeugen lässt sich der Arthritis nicht. Ganz wesentlich beim Thema Rheuma ist die Früherkennung.

Denn heute stehen sehr wirkungsvolle Medikamente zu Verfügung, die eine entzündlich rheumatische Erkrankung rasch und sehr gezielt bessern bzw. sogar zu einem Zustand der Beschwerdefreiheit führen können. Mussten wir vor 20 Jahren noch zufrieden sein, wenn wir durch eine Behandlung die Zahl der geschwollenen Gelenke von z.B. 14 auf 8 reduzieren konnten, so ist heute das erklärte und häufig erreichbare Ziel, eine Remission, d.h. ein Krankheitsstillstand.

Das funktioniert aber nur, wenn die Krankheit frühzeitig diagnostiziert und möglichst bald behandelt wird. Frühzeitig heißt innerhalb der ersten drei Monate nach Symptombeginn.

Welche Symptome sollten ernst genommen werden?

Typische Frühsymptome bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen sind Schmerzen und Schwellungen in den Finger- und Zehengelenken sowie eine charakteristische Morgensteifheit dieser Gelenke von mehr als einer halben Stunde. Da diese Beschwerden schleichend beginnen, muss man als Arzt und Patient sehr achtsam sein, um diese Symptome nicht zu übersehen.

Wie schaut eine solche Therapie denn aus?

Bei einer entzündlichen Gelenkerkrankung handelt es sich vordergründig um eine medikamentöse Therapie. Es kommen Medikamente zum Einsatz, sogenannte Basistherapeutika, die das Fortschreiten der Erkrankung sehr wirkungsvoll verhindern, zumindest aber verzögern können.

Daneben ist vor allem zu Beginn der Erkrankung, um eine rasche Abschwellung entzündeter Gelenke zu erreichen, häufig der Einsatz von Cortison notwendig. Ebenso Medikamente, die vor allem gegen Schmerzen gerichtet sind. Die letztgenannten Medikamente beeinflussen aber nicht das Fortschreiten der Erkrankung.