Wie wird das HPV-Virus übertragen und wie kann es diagnostiziert werden?

Die Übertragung erfolgt durch direkten Hautkontakt, zum Beispiel bei sexuellen Begegnungen, oder kann auch von der Mutter auf das Kind während der Geburt weitergegeben werden. Das HPV-Virus kann lange im Körper des Trägers verweilen und es gibt noch keine medikamentöse Therapie gegen den Virus selbst. Die einzig wirklich sinnvolle Schutzmaßnahme ist die Impfung.

Ist der Impfstoff ein Lebend- oder ein Totimpfstoff?

Es ist ein Totimpfstoff mit leeren Virushüllen, die keine DNA des Virus enthalten und somit auch nicht infektiös sind. Durch die Impfung lernt das Immunsystem die Oberflächen des Virus zu erkennen und es zu kontrollieren. Von der Zulassung gibt es keine Altersgrenzen nach oben, es können sich Frauen als auch Männer im Erwachsenenalter noch impfen lassen. Die Impfung hat nur eine vorbeugende Wirkung und ist keine Therapie. Wenn allerdings bereits eine Infektion vorhanden ist und später geimpft wird, entwickeln sich langfristig weniger Folgeerkrankungen durch den Schutz vor weiteren Infektionen.

Seit wann gibt es die Impfung in Österreich?

Sie wird seit 2007 empfohlen und wurde 2014 auch in das Schulimpfprogramm mit aufgenommen. Grundsätzlich sollte die Impfung bereits ab dem 9. Lebensjahr erfolgen, denn in diesem Alter treten noch keine Infektionen mit einem HPV-Virus auf und auch das Immunsystem reagiert stärker. Die zweiteilige Impfung im Abstand von einem halben Jahr erfolgt zwischen dem 9. und 12. Lebensjahr gratis und vom 13. bis zum 15. Lebensjahr ist nur ein sehr geringer Teil der Kosten zu tragen. Nach dem 15. Geburtstag sind drei Impfungen notwendig und die Kosten selbst zu tragen. Durch die Impfung besteht mindestens ein Schutz von zehn Jahren, möglicherweise ein lebenslanger Schutz, es gibt aber noch keine Beobachtungen über einen längeren Zeitraum.

Wenn keine Möglichkeit besteht, am Schulimpfprogramm teilzunehmen, wer ist der richtige Ansprechpartner für eine Impfung im Erwachsenenalter?

Für Kinder und Jugendliche sind die jeweiligen Gesundheitsämter zuständig. Wenn Erwachsene sich für eine Impfung entschließen, ist der jeweilige Frauenarzt oder auch der praktische Arzt der richtige Ansprechpartner. Entscheiden sich Erwachsene für eine Impfung, werden die Kosten derzeit leider nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung rückerstattet. Es gibt aber Möglichkeiten über Zusatzversicherungen einen gewissen Teil zurückzubekommen.

Vor welchen Krankheiten kann eine HPV-Impfung schützend wirken?

Nachweislich kann die Impfung verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs, Vulvakarzinom, Analkarzinom, aber auch Peniskarzinom verhindern. Eine HPV-Infektion kann auch zur Entstehung von einem Mund- oder Rachenkarzinom beitragen, der Schutz durch die Impfung ist hier aber im Gegensatz zu den anderen Erkrankungen noch nicht bewiesen.

Die Diskussionen um die Impfung gegen HPV wurden sehr emotional geführt, auch wegen möglicher Nebenwirkungen und Impfschäden. Herrscht aus Ihrer persönlichen Sicht noch immer eine ablehnende Haltung der Impfung gegenüber?

Mittlerweile werden die Diskussionen mit weniger Emotionen geführt, denn die Vorteile und die Sicherheit sind hinreichend bekannt. Das Schulimpfprogramm mit der HPV-Impfung wird ebenfalls sehr gut angenommen. Das Nebenwirkungsprofil, wie lokale Rötungen oder Kopfschmerzen am Abend sind mit anderen Impfungen, z.B. denen der Zeckenimpfung vergleichbar. Da eine Impfung für alle Familienmitglieder positive Effekte haben kann, wird das Thema auch familiär oder innerhalb einer Beziehung besprochen. Es stellt sich bei Partnern oft die Frage, woher die Infektion mit dem Virus stammt, was dann sehr belastend für eine Beziehung werden kann.