Wie trainieren Sie für ein Rennen wie das Race Across America?

Nicht anders als sonst auch. Ich trainiere immer. Ich fahre im Jahr an die 15.000 Kilometer. Im Winter halte ich mich mit Langlaufen fit und natürlich mache ich auch Krafttraining. Im Sommer bin ich aber nur am Rad – zwei Stunden, sechsmal die Woche und am Wochenende mal ein Rennen.

Wie motivieren Sie sich?

Die Motivation kommt bei mir immer über die Großereignisse. Letztes Jahr war es das Race Across America, davor die Seniorenweltmeisterschaft in der MTB-Orientierung und davor die World Masters Games in Turin – inoffiziell als Senioren-Olympiade bekannt. Nächstes Jahr geht es wieder weiter. Aber ich weiß noch nicht, womit.

Muss man beim Sport im fortgeschrittenen Alter etwas besonders beachten?

Bevor man anfängt, sollte man sich auf jeden Fall durchchecken lassen. Ich hab auch erst in der Pension wieder mit dem Leistungssport begonnen. Bei einem Check-up wurde ein Herzfehler festgestellt. Nach drei OPs konnte der behoben werden. Jetzt passt wieder alles. Es war aber wichtig, dass ich mich habe untersuchen lassen. Ich unterziehe mich nach wie vor regelmäßig Sporttests und lasse mich zwei-, dreimal im Jahr durchchecken. Aber ansonsten gilt: ein alter Körper ist genauso trainierbar wie ein junger.

Warum überhaupt Bewegung im Alter?

Man fühlt sich wohler und wird leistungsfähiger – körperlich und geistig.
Ansonsten baut man gewaltig ab. Es gibt Studien die zeigen, dass körperliche Bewegung auch das Risiko einer Demenz deutlich verringert. Dadurch steigt auch das emotionale Wohlbefinden deutlich.

Haben Sie einen Tipp für späte AnfängerInnen?

Es bringt nichts, wenn man 500 Meter zu schnell und mit hochrotem Kopf läuft, dann zusammenbricht und die Lust verliert. Mit niedrigem Tempo anfangen und dann im Laufe der Zeit allmählich steigern, das Tempo so dosieren, dass man sich dabei noch unterhalten kann.

Und wenn Sie nicht gerade selbst Sport betreiben, engagieren Sie sich für den Sport …

Der Leistungssport für Senioren hat gesellschaftlich kaum Bedeutung. Es gibt zwar Senioren-Gymnastik und Nordic Walking. Damit schafft man aber keine Vorbilder. Und jede Generation braucht Vorbilder. Ich wünsche mir, dass die Leistungen der älteren Generation mehr Anerkennung erfahren. Eine alljährliche Auszeichnung des Senioren-Sportlers des Jahres wäre da schon ein Anfang. Daran arbeite ich gerade.