Steve, ein kräftiger Südstaaten-Amerikaner, stürzte 2015 bei einem Arbeitsunfall vom Dach und ist seitdem Quadriplegiker. Bei dieser Art der Querschnittlähmung sind alle vier Gliedmaßen, also sowohl Beine als auch Arme, betroffen. Nach 1,5 Jahren konventioneller Physiotherapie probierte Steve ein Robotik-Rehabilitationsgerät der österreichischen Firma Tyromotion. Seine Reaktion auf die interaktiven Therapiespiele – zum Beispiel ein Autorennen – war geprägt von Begeisterung: „Das war ein richtiges Aha-Erlebnis. Eine komplett neue Dimension an Hoffnung. Man denkt nicht an Physiotherapie. Ich fahre ein Rennauto.“

Dass Steve diese Hoffnung schöpfen kann, beruht auf einer Erfolgsgeschichte aus der Steiermark. Alles begann mit einer Forschungsarbeit an der TU Graz. Alexander Kollreider und David Ram entwickelten ein Gerät zur Hand- und Finger-Rehabilitation. „Wir erkannten, dass wir mit unserem Prototyp etwas bewirken können“, erklärt CTO Kollreider.

Damit wurde 2007 die Tyromotion GmbH gegründet. Aus dem Prototyp wurde ein Therapieroboter mit computergestützten Therapiemodulen – die Tyrosolution. Kombiniert mit einer intelligenten Software können neurologisch und orthopädisch Erkrankte behandelt werden.

„In der Forschung versuchen neue Wege zu gehen“, sagt CEO Ram. Immer mit dem Ziel, den Therapieprozess mit intensiveren Übungen, mehr Wiederholungen und einer Motivationssteigerung beim Patienten zu verbessern. Über allem steht die Förderung der Neuroplastizität des Gehirns; ein wichtiger Faktor bei der Heilung.

Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung, die Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftlern, der Einstieg eines finanzstarken Investors und die Unterstützung durch regionale Organisationen katapultierten das Unternehmen innerhalb weniger Jahre an die Weltspitze. In den nächsten Jahren sollen die Mitarbeiteranzahl als auch der Umsatz stark gesteigert werden.