Wann werden festsitzende dritte Zähne bei älteren Menschen verwendet?

Das hängt davon ab, wie das Gebiss aussieht. Ist es ein Teilgebiss oder ein zahnloses Gebiss? Bei einem Teilgebiss ist eine Lösung als Alternative zur Totalprothese einfacher, aber wenn PatientInnen gar keine Zähne mehr haben, ist die Situation schon etwas schwieriger.

Was ist das Problem bei Totalprothesen?

Es kann etwa zu Druckstellen kommen und die Totalprothese kann springen oder brechen. PatientInnen sind teilweise in ihrer Sprache eingeschränkt und außerdem kann die klebrige Haftcreme stören oder Brechreiz erzeugen. Zudem kann die Totalprothese einen Schwund des Kieferknochens hervorrufen, aufgrund dessen die Prothese irgendwann stark schaukelt. PatientInnen haben dann Angst, dass die Prothese beim Essen herausfällt oder werden beim Reden behindert. Das ist keine Lebensqualität!

Welche Möglichkeiten für Implantate gibt es?

Bei einem teilbezahntem Gebiss kann eine fixe Brücke auf etwa zwei oder drei Implantate aufgesetzt werden. Der Vorteil hierbei ist, dass man erstens keine Prothese mit Klammern mehr braucht und zweitens keine Nachbarzähne anschleifen muss. Außerdem haben PatientInnen dann ein natürliches Zahngefühl, da der Kaudruck direkt auf den Kiefer übertragen wird. Bei PatientInnen mit völliger Zahnlosigkeit können Steg- oder Druckknopf-Prothesen als Alternative zur Totalprothese eingesetzt werden.

Welche Vorteile haben Steg- oder Druckknopfprothesen?

Steg- oder Druckknopfprothesen schaukeln nicht, sie sind festsitzend und haben einen hohen Tragekomfort. Der riesige Vorteil im Oberkiefer ist, dass der Gaumen frei bleibt. Das ist eine kleine Revolution! Dadurch ändert sich mit einer Prothese weder Geschmack noch Sprache. Außerdem sind diese Lösungen vom Kostenfaktor her sehr sozial, da die Sozialversicherungen einen Teil der Kosten von Steg- oder Druckknopf-Prothesen tragen. Teurer sind hingegen Implantate, die nicht mehr herausnehmbar sind. Diese werden bei einem leeren Kiefer als fixe Brücken auf vier oder sechs Implantate gesetzt. Das ist wiederum eine große Revolution! Egal, welche dieser Varianten gewählt wurde: viele PatientInnen sind wirklich froh und glücklich, weil sie durch festsitzende dritte Zähne endlich wieder kräftig zubeißen können – etwa bei Fleisch, Karotten oder Vollkornbrot.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Behandlung dauert bei lokaler Betäubung maximal eineinhalb Stunden. Es wird ein Schnitt durchgeführt, die Schleimhaut aufgeklappt, der Knochen schonend aufgebohrt und die Schraubenimplantate eingesetzt. Das ist nicht so schlimm, wie man denkt! Nach einer Abheilungsphase werden die Steg- oder Druckknöpfe angefertigt. Für AngstpatientInnen gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, alles in einer etwa achtstündigen Behandlung durchzuführen. Wichtig ist, dass PatientInnen auch ihre dritten Zähne gut pflegen, da sich das Zahnfleisch wie bei normalen Zähnen entzünden kann. Das heißt, wenn man nicht putzt, dann verliert man das Implantat genauso wie den Zahn. Das ist der einzige Nachteil an der Sache!