Zwei von fünf Österreichern haben einen Garten. Im Schnitt ist der 374 Quadratmeter groß. Das ist das Ergebnis einer aktuellen IMAS-Erhebung im Auftrag von bellaflora im Jänner und Feber dieses Jahres. Doch es ist nicht die Größe, die ausschlaggebend für das Glück ist, das der Garten seinen Gärtnern bereitet. Marie-Luises grüne Oase misst gerade zwei mal acht Meter und zählt damit schon zu den großen im Lande Balkonien. „Verglichen mit den Gärten, in denen ich groß geworden bin, ist mein Balkongarten ein Kuhfladen auf der Wiese (lächelt verschmitzt) … aber ich wüsste nicht, wie ich ohne mein bisserl Grünzeug leben sollte“, sagt sie. Und weiter: „Mein grüner Balkon ist mein Fleckchen Glück, hier gärtnere ich, sitze ich, esse ich und lese ich.“ Nach dem Tod ihres Lebensgefährten muss Marie-Luise die Miete für die Zweizimmerwohnung mit Balkon alleine zahlen. „Ohne meinen Teilzeitjob ginge das nicht. Wenn ich mal nichts mehr dazu verdiene, muss ich mir ein neues, von der Pension bezahlbares Zuhause suchen. Ich hoffe, ich finde eins mit Balkon …“ Sorge schwingt in ihrer Stimme. Doch schon im nächsten Moment beginnt sie emsig in einem der Pflanztöpfe zu zupfen: „Hier, Rosmarin, mein Lieblingskraut!“ Sie reicht ein mit frischen Nadeln bestücktes Ästchen zum Beschnuppern herüber.

Mein Garten - Zuhause, Rückzugsort, Begegnungsstätte

Es ist der geschäftigen Frau anzusehen, dass sie hier in ihrem Element ist. Doch was ist der Garten tatsächlich für Marie-Luise? „Ein Rückzugsort. Aber auch ein Treffpunkt. Meine Tochter hat vier Kinder. Die würden am liebsten sogar hier draußen übernachten, wenn sie mich übers Wochenende besuchen. Zumindest aber wird draußen gespeist. Auch schon im Februar, wenn’s sein muss (lacht). Ich habe gerne Gäste auf meinem Balkon – Verwandte, Bekannte“, sagt sie. Laut der eingangs zitierten Umfrage geht es vielen Österreichern ähnlich: Der Aussage, „Der Garten ist für mich ein Ort der Entspannung und des Wohlfühlens, meine Oase“ stimmten immerhin 52 Prozent der Befragten voll und ganz zu. Und die Gartenarbeit sehen demnach 42 Prozent der Befragten voll und ganz als „wunderbaren Ausgleich zu anderen hektischen Bereichen im Leben“. 62 Prozent der Umfrageteilnehmer nannten Gemeinschaftserlebnisse als wichtigste Funktion ihres Gartens.

Während Marie-Luise auf einen herrlichen Clematis mit satt lilafarbenen Blüten zeigt, der am roten Backstein emporwächst, fügt sie hinzu: „Mein Balkon ist mein Fleckchen Erde, das ich nach eigenem Gutdünken bewirtschaften kann. Hier kann ich säen, pflegen, ernten, was und wie’s mir gefällt. Hier bin ich der Natur sehr nahe. Hier kann ich auch gut mal eine Weile allein sein.“

Die besten drei Tipps für einen grünen Balkon

Die Frage, welche drei Tipps sie denn fürs Gärtnern auf dem Balkon hätte, winkt Marie-Luise zunächst: „Ich bin doch nur eine Hobbygärtnerin …“ Doch schon folgt wie aus der Pistole geschossen guter Rat:

  • Ganz wichtig ist gute Erde. Die Balkonpflanzen haben ja nur, was an Erde in den Balkonkasten oder Topf passt. Mein Rosmarin hier braucht Platz nach unten, weil er tief wurzelt. Das Basilikum dagegen wächst auch im flachen Kasten gut.
  • Zum Gießen trage immer zwei kleine Kannen zugleich, eine links, eine rechts. Und ich habe  die meisten Pflanzen erhöht platziert. Beides schont den Rücken. Meine Kästen haben zudem ein Wasserreservoir. Das hilft den Pflanzen, wenn ich mal für ein, zwei Nächte auswärts schlafe, bei meiner Knie-OP im Krankenhaus oder bei den Enkeln.
  • Und auf Blattläuse setze ich gezielt Marienkäfer an. Die sammeln mir die Enkelkinder.