Warum schmerzen Gelenke?

Entzündete (Arthritis) oder verschlissene (Arthrose) Gelenke verursachen Schmerzen. Denn so oder so ausgelöst, erfährt der Gelenkknorpel, der den Knochen schützend umgibt, dabei einen Schaden. Er bildet sich zurück und legt  den Knochen teilweise oder ganz frei und das schmerzt. 

Wie entzünden sich Gelenke?

Gelenkentzündungen beruhen entweder auf einer unter anderem von Bakterien oder Pilzen hervorgerufenen Arthritis. Sie kann akut auftreten und chronisch verlaufen. Oder die Schmerzen rühren von einer rheumatoiden Arthritis her, also der Autoimmunkrankheit, die auch Rheuma genannt wird. Ausgangspunkt der Arthritis ist die Innenschicht der Gelenkkapsel (Synovialis).

Wie verschleißen Gelenke?

Gelenkverschleiß resultiert aus fehlgestellten, fehlbe- und überlasteten Gelenken. Von Arthrose spricht der Arzt, wenn der Gelenkverschleiß altersunüblich ist und eine initiale Schädigung des Knorpels eintritt, infolge derer die Gelenkzerstörung fortschreitet. Wichtig: Eine Arthrose kann zu Arthritis führen, weil der Körper mit Immunreaktionen auf unnatürliche Reibungspunkte der Gelenke reagiert.

Hinzu kommt der altersbedingte Verschleiß der Gelenke. Nach neuesten medizinischen Erkenntnissen entwickelt sich arthroser Verschleiß – anders als die Arthritis – vom Knorpel aus.

Wie werden Arthritis und Arthrose behandelt?

Derzeit gibt es laut dem Deutschen Ärzteblatt weder Medikamente noch chirurgische Therapien, um eine Arthrose zu stoppen. Vielversprechend sei die Transplantation von Knorpelzellen, allerdings lasse sich damit die ursprüngliche Gewebequalität noch nicht wiederherstellen.

Außerdem käme diese Therapie nur für PatientInnen in Frage, die wie zum Beispiel nach einem Unfall, abgegrenzte Knorpelschäden hätten. Daher müsse der therapeutische Fokus künftig auf der Behandlung sowohl der Arthroseschmerzen als auch der Knorpelzerstörung liegen.

Bei der Arthritis, insbesondere der häufiger auftretenden rheumatoiden, sei das anders: Dort gelänge es schon heute mit Biologika sowohl die Entzündung nachhaltig zu hemmen, als auch die von ihr verursachten Schmerzen zu lindern.  

Was bewirken Schmerzmittel gegen Gelenkschmerzen?

Schmerz ist ein Alarmsignal, das unser Körper uns dankenswerter Weise sendet, wenn ein normaler Ablauf nicht mehr normal abläuft. Ihn mit Antischmerzmitteln (Analgetika) zu bekämpfen, ist verständlich. Aber: Ein solches Medikament setzt nur den natürlichen Signalweg des Schmerzes außer Kraft. Seine Ursachen bekämpft es nicht.

Wie kommt es zu Schmerzempfinden?

Normalerweise nehmen spezielle Schmerzrezeptoren das Schmerzsignal auf und leiten es via Nervenfasern zu den Nervenzellen des Rückenmarks. Die sind die wichtigsten Schaltstellen der Schmerzverarbeitung. Sie schütten schmerzhemmende Substanzen aus, die das Weiterleiten des Schmerzsignals unterdrücken.

So wird der Schmerz gelindert. Aber: Stärkere und andauernde Schmerzsignale lassen sich so nicht mehr unterbinden. Sie gelangen zum Gehirn, das sie verarbeitet. Das ist übrigens der Moment, wo wir Schmerzen bewusst empfinden.

Wie schaden Antischmerzmittel?

SchmerzpatientInnen erleben Schmerzmittel als die Erlösung von ihren Schmerzen. Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure (ASS) und Ibuprofen, darunter Angriffe auf die Cyclooxygenase (schützt Darm- und Magenschleimhaut), die häufig in Geschwüren münden, nehmen Betroffene dafür mehr oder weniger wissentlich in Kauf. Ebenso das Risiko einer Leberschädigung mit Paracetamol. Gründe genug, sich mit lokaler Schmerzbehandlung zu befassen.

 Wie wirkt lokale Schmerztherapie?

Lokal eingesetzte Wirkstoffe blockieren die schmerzleitenden Nervenzellen vor Ort. Sie kommen oberflächlich zur Anwendung oder werden ins Gewebe gespritzt, zum Beispiel in/unter die Haut oder in den Muskel. Auch Vereisung ist eine lokal wirkende Therapie gegen Gelenkschmerzen. Und die Naturheilkunde setzt dazu zum Beispiel auf lokale Kohlwickel. Allen lokalen Schmerztherapien gemein ist: Sie gehen nicht durch den Magen.