Ursprünglich bedeutet dieser Begriff aus dem Griechischen („Klimaktér“) soviel wie Leitersprosse oder Lebensstufe, was als Sinnbild für die Frau im Wechsel steht: Sie entwickelt sich eine Stufe weiter, sie erlangt mehr Reife. Dieser Wandel von der Phase der Geschlechtsreife ins sogenannte Senium (Alter) vollzieht sich im weiblichen Organismus zwischen dem 45. und 70. Lebensjahr.

Die körpereigene Produktion der Sexualhormone (Östrogene) lässt zunehmend nach und verringert damit die Fähigkeit zur Fortpflanzung, Regelblutungen treten immer seltener auf. Diese Übergangsphase beginnt ein paar Jahre vor der letzten Regelblutung, der sogenannten Menopause. Frauen nehmen diese Wechseljahre ganz unterschiedlich wahr: als Begleiterscheinung der Lebensmitte, als stark störendes Signal des Körpers, das einer ärztlichen Abklärung bedarf, oder als positiv bewertetes Ende von Monatsblutungen.

Allgemein empfiehlt es sich für Frauen während der Wechseljahre, ausreichend Sport zu treiben und auf eine bewusste, kalziumhaltige und Vitamin-D-reiche Ernährung zu achten.

In den westlichen Ländern tragen im Wesentlichen die säureüberschüssige Ernährung, die Einnahme von Hormonpräparaten, welche Östrogene enthalten, sowie die Einstellung zur Weiblichkeit dazu bei, dass den Wechseljahren mit Unfreude begegnet wird. Aber es gibt viele Möglichkeiten, den Wandel der Hormone durch die Wechseljahre als Übergang in eine weitere schöne Lebensphase umzulenken.

Klimakterisches Syndrom

Der schwankende Hormonhaushalt und zunehmende Östrogenmangel kann sich durch Wechseljahrsbeschwerden bemerkbar machen: Typische Symptome sind beispielsweise Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schwindel. Häufig klagen die Betroffenen auch über Schlaflosigkeit, Energieverlust, Kopfschmerzen, Nervosität und Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen. Das immer weniger produzierte Östrogen ruft Veränderungen im vegetativen Nervensystem hervor und macht es leichter reizbar.

Der Östrogenmangel führt aber auch zu körperlichen Veränderungen. Besonders die Gebärmutter (Uterus), die Scheide (Vagina), Vulva und die Brustdrüsen bilden sich in den Wechseljahren zurück bzw. beginnen zu schrumpfen. Haut und Schleimhäute werden dünner und weniger elastisch, häufig rühren eine trockene Scheide und ein Verlust der Libido daher. Auch Bluthochdruck, Gewichtszunahme, Arthrose und Osteoporose stellen jetzt ein größeres Gefährdungspotenzial für Frauen dar.

Etwa ein Drittel aller Frauen bleibt während der Wechseljahre allerdings ohne Beschwerden, während ein weiteres Drittel der über 50-jährigen Frauen leichte Probleme entwickelt. Nur beim letzten Drittel verläuft das Klimakterium mit sehr starken Beschwerden, sodass eine Behandlung sinnvoll ist.

Behandlungsoptionen

Allgemein empfiehlt es sich für Frauen während der Wechseljahre, ausreichend Sport zu treiben und auf eine bewusste, kalziumhaltige und Vitamin-D-reiche Ernährung zu achten. Entspannungsübungen, Stressvermeidung und ein regelmäßiger Tagesablauf helfen, das angespannte Nervensystem zu entlasten.

Je nach individueller Situation können auch physikalische Therapien (Wärme- und Kälteanwendungen), Balneotherapien (Moorbäder, Kneipp-Kuren usw.) oder eine Psychotherapie beziehungsweise auf die Psyche wirkende Medikamente (Psychopharmaka, z.B. Antidepressiva) helfen, die Beschwerden im Klimakterium zu mildern.

Therapien

Da der im Klimakterium herrschende Hormonmangel für die Beschwerden verantwortlich ist, kommt oft eine sogenannte Hormontherapie zum Einsatz. Allerdings erhöht eine Hormontherapie gleichzeitig das Risiko für Brustkrebs, Schlaganfall und Herzinfarkt. Auch Übelkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Magenbeschwerden und Wassereinlagerungen können Begleiterscheinungen sein.

Anerkannte Behandlungsmittel aus der Phytotherapie sind außerdem sogenannte Isoflavone, rein pflanzliche, hormonfreie Stoffe, wie sie etwa auch im heimischen Rotklee oder in Sojabohnen natürlich vorkommen. Sie unterstützen die natürliche Balance des weiblichen Körpers.

Die wichtigste Quelle für Isoflavone ist die Sojabohne, in Europa auch der Rotklee. Wichtige Lieferanten für Isoflavone aus der Nahrung sind zudem Erdnüsse, Haselnüsse, Pflaumen, Brokkoli und Linsen, auch Sonnenblumenkerne, Champignons, Äpfel, Tomaten, Knoblauch und Topinambur. Vitamin B6 und Gamma-Linolensäure aus Nachtkerzenöl sorgen zusätzlich für Wohlbefinden, um die Wechseljahre positiv erleben zu können.