Das ist der Lauf der Welt: Im Alter setzt einem der Körper nun einmal neue Grenzen, so dass man auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist – insbesondere wenn man allein lebt. Das ist für die Angehörigen manchmal schwer, nicht immer wohnen die Verwandten am selben Ort oder haben als Berufstätige zu wenig Zeit.

Meistens fällt man nun die Entscheidung, dass es für die betroffene Person an der Zeit ist, in eine Seniorenresidenz zu übersiedeln. Über 900 solcher Einrichtungen gibt es in Österreich. Die Betreiber sind der Staat, wohltätige Verbände und private Unternehmen. Ohnehin ist Altenheim nicht gleich Altenheim: Was der Volksmund in einen Topf wirft, sind nämlich verschiedene Formen von Einrichtungen. Hierbei unterscheidet man grundsätzlich zwischen der Einrichtung des Alten- und des Pflegeheims.

Selbstbestimmt leben

Altenheime sind für solche PensionistInnen gedacht, die zwar noch bei relativ guter Gesundheit sind, aber denen die Besorgung eines Haushalts zunehmend schwer fällt. Hier kocht man deshalb für diese Personen und reinigt deren Wohnung – ansonsten leben sie weiterhin selbstbestimmt und nutzen das im Haus angebotene Freizeitprogramm oder lernen die anderen Bewohner kennen. Viele Ansprüche haben allein lebende SeniorInnen meist nicht mehr.

Pflegeheime sind dagegen Einrichtungen für Menschen, die bereits stark bewegungsbeeinträchtigt sind und daher ständig fremder Hilfe bedürfen. Hier sorgt man deshalb also auch für die Körperpflege, die Ernährung und die medizinische Kontrolle.

Im Wohn- und Pflegeheim verbindet man diese Modelle: Hier werden beide Arten der Versorgung angeboten, sodass man von der Wohnung auf ein Pflegezimmer verlegt werden kann, wenn sich der Zustand im Lauf der Zeit verschlechtert. Im selben Haus geht das wohl etwas einfacher anstatt die Einrichtung zu wechseln.

Solche Umgewöhnung fällt nämlich ohnehin nicht allen Menschen gleich leicht. Auch wenn man vielerorts seine Möbel mitbringen darf, ist das immer noch ein folgenschwerer Umzug – manchmal aus eigenen Häusern, in denen man Jahrzehnte gelebt hat.

Somit fällt dieser Schritt, so sinnvoll er für alle Beteiligten erscheinen mag, vielen älteren Menschen sehr schwer: Einen alten Baum verpflanzt man eben nicht so leicht und daher ist der Wechsel von einem vertrauten Zuhause in eine ungewohnte Umgebung für viele Senioren keine banale Angelegenheit.

Daheim bleiben

Dazu gibt es jedoch die Alternative, bei der man weiterhin in den eigenen vier Wänden leben kann und dennoch altersgerecht umsorgt wird: Es besteht die Möglichkeit, dass man in Form der 24-Stunden-Betreuung versorgt wird. In diesem Fall bietet eine Pflegerin zuhause jene Hilfeleistungen an, die man auch im Alten- und Pflegeheim bekommt.

Dieses Modell klingt vordergründig kostspieliger. Jedoch können bedingt durch die Dienstleistungsfreiheit in der EU und die Osterweiterung auf diesem Gebiet nun auch günstigere Fachkräfte aus Osteuropa legal arbeiten. Zudem wird auch diese Art der Pflege fallweise vom Sozialministerium unterstützt.

Die Pflege zuhause bietet gegenüber dem Heim den Vorteil, dass man sich das Personal aussuchen kann: Bei den Diensten kann man zudem in der Regel wechseln, bis es zwischen den Personen passt. Zur guten Pflege gehört schließlich auch, dass man sich gut versteht.