Unter welchen Komplikationen leidet man, wenn man re­gelmässig schnarcht?

Schnarchen ohne Atemaussetzer belastet primär die Partnerbeziehung und kann später zur Schlafapnoe übergehen. Bis zu achzig verschiedene Krankheitsbilder können die Folgen sein, angefangen von zunehmender Tagesmüdigkeit mit Antriebsarmut, Herzrythmusstörung oder Bluthochdruck bis zum Herzinfarkt.

Dr. med. Antoine Aschmann
Facharzt HNO und Schnarchspezialist

Sie gelten als Spezialist in der operativen Behandlung von Schnarchproblemen. Welches sind denn die hauptsächlichen Ursachen, die zum Schnarchen und Schlafapnoe führen?

Primär handelt sich um Verengungen und Erschlaffung der Luftwege im Schlafzustand. Bis zu sieben Verengungsstellen können wir durch die modernsten Untersuchungsmethoden, wie die „Sleep-Nose-Endoskopy“ erkennen.

 
Was ist die „Sleep­-Nose­-Endoskopy"?

Da das Schnarchen und die Atemaussetzer ausschliesslich im Schlafzustand entstehen, können wir deren Ursachen nur erkennen, wenn wir den Patienten im Schlafzustand endoskopisch untersuchen. Damit können wir sicher sein, ursachenorientiert zu behandeln und dadurch eine wesentlich höhere Erfolgsrate erzielen.


Wie kann man sich diese Schnarchuntersuchung vorstellen?

Der Patient wird unmittelbar vor dem Eingriff vom Anästhesisten mittels Verabreichung eines Schlafmittels in einer Tiefschlafphase versetzt. Ist der Patient Schnarcher oder Apnoiker, treten die Ursachen dann auf und können mittels einer 360-Grad-Optik, die durch die Nase eingeführt wird, an einem Bildschirm kontrolliert und evaluiert werden.

Was ist der Unterschied zwischen der „Sleep­-Nose­-Endoskopy"  und der Schlaflaboruntersuchung?

Die Schlaflaboruntersuchung zeigt den Schweregrad der Apnoe, die "Sleep-Nose-Endoskopy" erkennt die Ursachen. Die beiden Untersuchungen ergänzen sich.

Nach welcher Methode gehen Sie konkret vor?

Sind die Verengungsstellen mittels "Sleep-Nose-Endoskopy" ermittelt, kann die Therapie mikrochirurgisch und minimalinvasiv erfolgen. Mehrere High-Tech-Möglichkeiten stehen heute zur Verfügung.

Sie haben in den letzten zwanzig Jahren die operative Schnarch­therapie revolutio­niert. Wo liegt der Unterschied zur konventionellen Schnarch­ operation?

Bei der konventionellen Methode wird meistens ein Grossteil des Gaumensegels entfernt. Das ist nicht nur aggressiv und schmerzhaft, sondern geht an den eigentlichen Ursachen vorbei. Wir setzen dagegen auf ein ausgereiftes Behandlungskonzept aus verschiedenen wissenschaftlich fundierten Bausteinen, das die Ursachen behebt statt die Symptome zu bekämpfen. Dadurch kann man die höchsten Erfolgschancen auf ein gutes Ergebnis sicherstellen. Von diesem Therapiekonzept konnten in den letzten Jahren europaweit über 14.000 Patienten profitieren.

"Meine Vision ist es, mehr Paaren dazu zu verhelfen, wieder das gemeinsame Schlafzimmer geniessen zu können."

Wie sieht der Ablauf der Behandlung im Detail aus?

Die Behandlung erfolgt in einem Zeitraum von drei Tagen. Das hat sich sehr gut bewährt: Am ersten Tag erfolgt die Besprechung und Untersuchung, am zweiten Tag wird der Eingriff durchgeführt und am dritten Tag nach der Kontrolle kann der Patient nach Hause fahren. Der beruflichen Tätigkeit kann bereits nach zwei weiteren Tagen nachgegangen werden.

Mit welchen kosten muss man bei der Schnarchoperation rechnen?

Die operativen Kosten liegen je nach Anzahl und Ausprägung der Verengungsstellen bei 4000,- bis 5000,- Euro. Es handelt sich, wie bei einer kosmetischen Operation um eine Selbstzahlerleistung.

Zu Ihren Patienten gehören namhafte Sportler und andere Leistungsträger auch aus Österreich. Hat das Schnarchen eine Auswirkung auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit?

Der verminderte Erholungsschlaf wirkt sich sowohl auf die körperliche als auch auf die geistige Verfassung negativ aus. Bei Sportlern kommt es zu einer körperlichen Leistungsverminderung, bei Entscheidungsträgern ist nicht selten ein intellektueller Leistungsknick die Folge.