Welche Erkrankungen tauchen im Alter vermehrt auf?

Wir alle altern. In manchen Fällen bleiben Menschen bis ins hohe Alter mobil und aktiv, in anderen Fällen treten Erkrankungen auf. Chronische Erkrankungen haben etwa 30% der Bevölkerung, je nach Gebiet auch mehr.

Während chronische Erkrankungen bereits in der Kindheit auftreten können, beispielsweise in Form von Allergien, steigt die Häufigkeit bei älteren Menschen deutlich. “Führend” ist Bluthochdruck, der speziell im Alter an Häufigkeit zunimmt: Von den über 80jährigen leiden etwa 30% darunter. Ebenfalls häufig treten degenerative Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparats auf.

Nicht nur physische Krankheiten nehmen im Alter zu

Es folgen Diabetes und Herzerkrankungen, und, nicht zu vergessen: Psychische Erkrankungen, die zwischen 15% und 25% der Bevölkerung betreffen. Gerade in diesem Bereich wird die Diagnostik für die Allgemeinmedizin zur Herausforderung, denn Menschen die bereits eine oder mehrere körperliche Erkrankungen haben, sind natürlich erhöhter psychischer Belastung ausgesetzt. Es gibt aber auch eine “Grauzone” in Bezug auf
körperliche Erkrankungen, nämlich den Bereich an der Grenze von Krankheit und “normalen” Alterserscheinungen.

Beginnende Wechseljahre und ihre Anzeichen

Frauen erleben altersbedingt einen gravierenden Einschnitt in ihrem Lebenszyklus: Das Klimakterium, also die hormonelle Veränderung im Laufe des Alterns, die schliesslich zur Menopause führt. Während auch Männer im Laufe ihres Lebens hormonellen Veränderungen unterworfen sind, man spricht auch vom “Klimakterium virile”, sind die Symptome der Wechseljahre bei Frauen für die Betroffenen wesentlich deutlicher spürbar: Nicht zuletzt durch das drastische Absinken des Östrogenspiegels kommt es zu Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweissausbrüchen, Libidomangel und Schlafstörungen.

Wechseljahre: ein Lebensabschnitt voller Veränderungen

Grundsätzlich ist das Klimakterium keine Krankheit, sondern ein Lebensabschnitt, bei gravierender Symptomatik kann dennoch die “Hormonersatztherapie” (HET) zur Anwendung kommen. Sie kann oben genannte Symptome der Menopause stark reduzieren. Als positiven Nebeneffekt bringt die HET mitunter eine verminderte Neigung zur Osteoporose nach dem Klimakterium mit sich. Weniger erwünscht ist allerdings eine verstärkte Neigung zu Brustkrebs. Ob eine HET sinnvoll ist, muss individuell entschieden werden, die führenden Institutionen bieten zur besseren Einschätzung daher Tests wie das Gail-Modell an.

Wie sorgt man als Frau nun vor, wenn man Erkrankungen vermeiden will?

Grundsätzlich gilt: Je früher man etwas tut, desto besser ist es für die Gesundheit im Alter. Zwischen 30 und 40 Jahren wird die Abnahme der Muskulatur an Kraft und Masse deutlich messbar. Viele Berufe beinhalten heute sitztende Tätigkeiten, oft vor dem Computer. Daher ist es wichtig, dass es nicht durch mangelnde Kraft zu Haltungsschäden und, in der Folge, Schmerzen kommt.

Krafttraining bietet sich an um speziell den Stützapparat fit zu halten. Ausdauertraining und regelmäßige Bewegung sind für Herz und Kreislauf wichtig, auch im Alter. Selbstverständlich muss die Aktivität entsprechend der Möglichkeiten des Patienten dosiert werden. Schliesslich ist eine ausgewogene Ernährung relevant, hier liegt ein besonderer Fokus auf ausreichender Flüssigkeitszufuhr: 1,5l pro Tag sind das absolute Minimum. Bei älteren Menschen stellt sich das Durstgefühl nicht mehr im gleichen Maße ein wie früher. Es ist also nötig darauf zu achten wieviel man wirklich trinkt. Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen können im Falle einer beginnenden Erkrankung einen wertvollen Vorsprung bei der Behandlung derselben sichern.