Die Verbesserung der Gesundheit steht im Fokus jeder Therapie. Für Diabetes-PatientInnen heißt das neben einer je nach Bedarf ausgerichteten medikamentösen Behandlung auch ausreichend Bewegung und richtige Ernährung. Wie genau letztere aussehen soll, darüber wird seit Jahrzehnten in der Ernährungswissenschaft und Medizin geforscht.

Obwohl die allgemeine Behandlung an die Art der Erkrankung, also Diabetes Typ 1 oder 2, angepasst und zusätzlich auf die individuelle Ausprägung ausgelegt wird, ist Ernährung ein wichtiger Bestandteil in der Diabetes-Therapie. PatientInnen mit einem Diabetes Typ 1 müssen schon aufgrund der eigenen Insulintherapie genau über ihre Ernährung beziehungsweise über Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe sowie Auswirkungen auf den Blutzucker Bescheid wissen.

Etwa 90 Prozent der Diabetes-PatientInnen in Österreich leiden aber am Typ 2, der nicht unbedingt von Anfang an eine Zufuhr von Insulin notwendig macht. Durch Anpassung der Lebens- und Essgewohnheiten können DiabetikerInnen ihren Krankheitsverlauf aktiv managen. Die Ernährung spielt dabei insofern eine zentrale Rolle, als dass dadurch im besten Fall eine Besserung der Insulinresistenz erreicht werden kann.

Stoffwechsel und Körperfett

Neben der persönlichen, genetischen Veranlagung spielt der eigene Lebensstil eine entscheidende Rolle, ob man in seinem Leben an Diabetes erkranken wird oder nicht. Zu einem gesunden Lebensstil gehört zwar eine ganze Bandbreite an verschiedenen Bereichen, für das Diabetes-Risiko aber besonders relevant sind Bewegung und Ernährung.

Werden diese beiden zentralen Aspekte über Jahre vernachlässigt, kann es zu Übergewicht kommen. Dies kann wiederum zum einen negative Auswirkungen auf die Wahrscheinlichkeit der Diabeteserkrankung haben und zum anderen ein zusätzlicher Risikofaktor für Komplikationen bei einem bestehenden Diabetes darstellen. Wie bei anderen Stoffwechselerkrankungen spielt auch beim Diabetes das Körperfett so seine ganz eigene tragende Rolle.

Ernährung, Sport und Bewegung

Reine Diätvorschriften machen das Leben nicht unbedingt einfacher.

Schließlich müssen diese in das Alltags- und Berufsleben integrierbar sein. Ein ganzheitlich-gesunder Lebensstil klingt daher nicht nur positiver, sondern ist auch im Großen und Ganzen einfacher umzusetzen. In der Diabetes-Therapie ist in den letzten Jahren verstärkt ein individuellerer und integralerer Ansatz zu beobachten.

Während früher der Schwerpunkt auf der Diät lag, sind heute Bewegung und Sport bei zeitgleicher kaloriengerechte Ernährung im Fokus. Überhaupt sind Ernährungskonzepte im Idealfall nicht nur mit dem Alltag von DiabetikerInnen kompatibel, sondern auch mit jenen des Umfeldes, sprich der Familie.

Lebensmittel und stabiler Blutzucker

Bei DiabetikerInnenschulungen klären DiätologInnen und ErnährungsspezialistInnen die PatientInnen über die speziellen Ernährungsbedürfnisse bei Diabetes auf. Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß – alle drei haben einen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, der bei DiabetikerInnen richtig eingestellt und stabil sein sollte. Wie schnell oder stark Kohlenhydrate den Blutzucker beeinflussen, hängt vom Lebensmittel und der Zubereitungsart ab.

So empfiehlt es sich beispielsweise, Vollkornbrot aufgrund seines niedrigeren Glykämischen Index Weißbrot vorzuziehen. Ebenso sollten DiabetikerInnen den Anteil an fettreichen Lebensmitteln reduzieren und auf fettarme Lebensmittel bzw. auf ungesättigte Fettsäuren zurückgreifen. Außerdem ist es ratsam, anstatt tierischer eben pflanzliche Eiweißquellen, etwa Hülsenfrüchte, zu verwenden.

Um sich insgesamt als DiabetikerIn gesund und ausgewogen zu ernähren, gehören vor allem auch Obst und Gemüse, wenig Salz und viel ungesüßte Flüssigkeit dazu. Und natürlich: Achtung auf den Zucker!