Was verbinden Sie mit dem Begriff Made in Austria? Oder anders gefragt: Was ist für Sie typisch österreichisch?

Das ist gar nicht so leicht zu sagen, da gibt es einiges. Ich denke, dass es schon eine typisch österreichische Kultur gibt, da zähle ich auch unsere vielen Sehenswürdigkeiten dazu. Und als typisch österreichisch sehe ich, dass wir oft über Dinge und vermeintliche Probleme raunzen, die andere Länder gern hätten.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir in einem superschönen Land leben dürfen. Da ich sehr viel in der Welt herumgekommen bin, weiß ich es sehr zu schätzen und bin sehr froh, dass ich in Österreich auf die Welt gekommen bin und hier leben kann.

Wie Sie schon sagten, Sie waren sowohl als Spieler als auch als Trainer viel international unterwegs, sind das auch heute noch als TV-Experte. Wie wird Österreich aus Ihrer Sicht international wahrgenommen?

Naja, ziemlich typisch war in vielen Ländern, dass Österreich mit Australien verwechselt wurde. Auch in Neapel haben viele Leute geglaubt, dass bei uns Englisch gesprochen wird. Das klingt zwar vielleicht wie ein Klischee, war aber sehr oft der Fall. Ich bin nach wie vor immer wieder darüber verwundert, wie wenig Menschen über Österreich Bescheid wissen. Bei einem Urlaub in New York habe ich einmal festgestellt, dass der Taxifahrer noch nie etwas von Wien gehört hat.

Das war für mich doch sehr verwunderlich. Diejenigen aber, die Österreich kennen, sprechen immer positiv darüber. Oft hört man, wie schön es ist, vor allem landschaftlich, mit unseren Bergen und Seen. Auch Wien ist für viele eine traumhaft schöne Stadt. Als ich in Italien gespielt habe, habe ich gemerkt, dass die meisten Italiener Österreich und speziell Wien geradezu lieben. Das sieht man auch in der Weihnachtszeit und zu Silvester, da sind ja besonders viele italienische Touristen hierzulande unterwegs.

Der Fußball war und ist noch immer, ein wichtiger Bestandteil Ihres Lebens. Gibt es für Sie etwas typisch Österreichisches am Fußball?

Heutzutage nicht mehr. Früher war das Typische, dass der Österreicher technisch guten Fußball gespielt hat, aber körperlich und läuferisch mit vielen anderen Nationen nicht mithalten konnte. Das gibt es in dieser Form nicht mehr, heute sind wir körperlich auf dem gleichen Level. Typisch war auch das sogenannte „Scheiberlspiel”, aber das ist alles lange vorbei.

Heutzutage ist der Fußball viel internationaler und der Faktor Geld spielt eine sehr große Rolle dabei, wie viel Qualität man in einer Mannschaft hat. Da hat es ein kleines Land wie Österreich im Vergleich zu den großen Nationen mit ihren finanziell starken Clubs und Ligen sehr schwer.

Die großen Clubs gab es natürlich immer, aber die Schere ist in den letzten Jahren immer weiter auseinandergegangen. Am ehesten können kleine Länder noch mit der Nationalmannschaft mithalten, da viele Nationalspieler ja bei großen internationalen Vereinen unter Vertrag stehen.

Zum Fußball noch eine nicht ganz ernst gemeinte Frage: Mit Franco Foda wurde erstmals ein Deutscher zum Trainer des österreichischen Nationalteams bestellt. Ein „Piefke” auf der Trainerbank der „Ösis”, kann das überhaupt gutgehen?

Ja, auf jeden Fall! (lacht) Zumal man den Franco Foda ja quasi fast schon als Österreicher sehen muss. Er hat viele Jahre bei Sturm Graz gespielt und ist dort auch schon lange Trainer. Zudem hat er, mit einer kurzen Unterbrechung, seit gut 20 Jahren seinen Lebensmittelpunkt in Österreich. Das wichtigste ist aber, dass er in erster Linie einfach auch ein sehr guter Trainer ist.

Zusätzlich dazu kennt er die österreichische Mentalität und die Spieler hier sehr gut. Deshalb bin ich mir sicher, dass das mit ihm als Teamchef reibungslos funktionieren wird und ich wünsche ihm und dem Nationalteam natürlich viel Erfolg.

Wie würden Sie abschließend jemandem Österreich beschreiben, der noch nie von diesem Land gehört hat?

Ich würde wahrscheinlich damit anfangen, dass mitunter das Schöne an Österreich ist, dass es ein kleines, aber landschaftlich sehr abwechslungsreiches Land ist. Alles ist in relativ kurzer Zeit erreichbar und bis auf das Meer fehlt uns da eigentlich nichts. Wir haben wunderschöne Wälder und Berge, man kann fast in jedem Bundesland großartig Skifahren.

Und auf der anderen Seite gibt es beispielsweise die burgenländische Ebene, diese Weite. Das finde ich schon sehr spannend. Da für mich persönlich gutes Essen eine wichtige Rolle spielt, würde ich auf jeden Fall erwähnen, dass wir eine traumhafte Küche haben, die gerade auch für ein so kleines Land sehr abwechslungsreich und vielseitig ist. So bekommt man, denke ich, schon eine ganz gute Vorstellung von Österreich!