Die E-Book Revolution hat auch auf die Kinder- und Jugendliteratur längst übergegriffen, denn die Kids von heute wachsen mit modernen Informationstechnologien auf, sind Digital Natives.

 

Qualität zählt

Karin Haller vom Institut für Jugendliteratur in Wien hält im Hinblick auf diese Entwicklung die Vermittlung von Mediennutzungskompetenz an Kinder für entscheidend: „Es gibt immer mehr digitalen Content, Geschichten werden auf immer mehr unterschiedliche Arten erzählt.

Am wichtigsten sollte aber immer die hohe künstlerische und ästhetische Qualität der Texte sein, über welches Medium auch immer diese konsumiert werden. Es gibt sowohl bei Büchern als auch bei den digitalen Produkten tolle, aber auch inhaltslose Sachen.“

 

„Am wichtigsten sollte immer die hohe künstlerische und ästhetische Qualität der Texte sein.“

 

Was kann digitaler Content bieten

Bei Kinderbüchern ist das Angreifen, Umblättern der Seiten und das Anschauen der Illustrationen ein Qualitätsmerkmal. Ein E-Book kann das freilich nicht bieten. Auch das Gemeinsame geht wohl beim digitalen Content eher verloren. „Bei digitalen Kinderbüchern werden die Kleinen wohl meist alleine vorm PC oder Tablet sitzen. Das gemeinsame Lesen bzw. Vorlesen wäre aber gerade bei kleinen Kindern ungemein wichtig, um die Leselust zu wecken“, so Haller. Die modernen Konzepte sind dafür interaktiver, bieten Möglichkeiten wie Social Reading, also das Teilen des Gelesenen mit Anderen. Jugendliteratur- Expertin Haller: „Ohne Zweifel wird sich die zunehmende Verschränkung von virtueller und realer Welt immer mehr auch auf die Veröffentlichungen im Kinder und Jugendliteratur- Bereich auswirken. Die Entwicklung wird aber langsam vonstattengehen, nicht zuletzt, weil es bisher sehr schwierig ist, mit digitalem Content als Verlag oder Autor Geld zu verdienen.“