Als Familienministerin freue ich mich, dass die Geburtenrate in Österreich im Jahr 2014 gestiegen und hier eine positive Trendwende zu verzeichnen ist. Um Österreich jedoch zum familienfreundlichsten Land Europas zu machen, müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen weiter ausgebaut beziehungsweise neu geschaffen werden.

Familienfreundlichkeit soll in unserem Land künftig groß geschrieben werden, denn ein familienfreundliches Österreich fördert nicht nur die Lebensqualität, sondern bringt auch wesentliche Vorteile für die Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit.

Ausbau der Kinderbetreuung ist Basis für bessere Vereinbarkeit

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ernsthaft und umfassend zu realisieren, unterstützt der Bund den weiteren Ausbau einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen und bedarfsgerechten Kinderbildung und -betreuung mit dem größten Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, den es je gab. Durch flexible, individuelle Betreuungsformen und durch bedarfsgerechten Öffnungs- und Betreuungszeiten sollen Eltern zusätzlich unterstützt werden.

Die 15a Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zeigt bereits Wirkung, im Jahr 2014 konnten mehrere tausend neue Kinderbetreuungsplätze sowie weitere VIF-konforme Plätze geschaffen werden. Auch bei den Tageseltern verzeichnen wir Erfolge, vergangenes Jahr wurden 365 zusätzliche Tageseltern ausgebildet.

Die Kinderbetreuungsquoten konnten österreichweit gesteigert werden, bei den unter-3-Jährigen liegen wir bei 25,9 Prozent und bei den 3-5-Jährigen bei 94 Prozent. Das Ziel ist es, bis 2018 12.000 neue Betreuungsplätze und 20.000 neue VIF-konforme Plätze zu schaffen sowie einen umfassenden Qualitätskompass Elementarpädagogik auszuarbeiten.

Kinderbetreuung dient außerdem nicht nur zur Unterstützung der Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern wirkt sich nachweislich positiv auf die frühkindliche Entwicklung und Bildung des Kindes aus.

Neues Kindergeld-Konto bringt mehr Flexibilität, Fairness und Partnerschaftlichkeit für Eltern

Mein kürzlich präsentierter Entwurf für die Reform des Kinderbetreuungsgeldes baut auf Flexibilität, Fairness und Partnerschaftlichkeit. Das Kinderbetreuungsgeld hat ein jährliches Volumen von rund 1,1 Milliarden Euro, durch die Reform wurden die finanziellen Unterschiede der früheren Pauschalvarianten aufgehoben.

So ist sichergestellt, dass  Mütter und Väter innerhalb einer vergleichbaren Gruppe (zum Beispiel Wochengeldbezug) eine einheitlichere Gesamtsumme erhalten (bis zu 16.449 Euro), unabhängig davon, wie lange sie Kinderbetreuungsgeld beziehen. Künftig verschmelzen die vier Pauschalvarianten in ein flexibles Konto, das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld bleibt auch weiterhin bestehen.

Durch eine flexibel wählbare Bezugsdauer zwischen 365 und 851 Tagen für eine Person, oder 456 bis zu 1063 Tagen für beide Eltern zusammen, können Familien nun ganz individuell die für sie ideale Kinderbetreuungsgeldvariante erstellen.

Dem Wunsch vieler Eltern nach einer flexibleren Wechselmöglichkeit konnte ebenfalls entsprochen werden. Die gewählte Dauer kann ein Mal verändert werden, so können Familien die Bezugsdauer auf Veränderungen in ihren Lebensrealitäten optimal anpassen. Zudem können Eltern nun beim erstmaligen Wechsel der Betreuungsperson parallel Kinderbetreuungsgeld beziehen, das bringt eine wertvolle Entlastung in einer wichtigen Übergangsphase.

Partnerschaftlichkeit wird belohnt

Zusätzlich habe ich mich für einen Partnerschaftsbonus in Höhe von zusätzlich 1.000 Euro eingesetzt, den Eltern abrufen können, wenn sie sich die Betreuung im Verhältnis 50:50 oder 60:40 aufteilen. Dadurch möchte ich Väter zusätzlich motivieren, sich verstärkt in dieser prägenden Lebensphase einzubringen.

Um Vätern nach der Geburt ihres Kindes eine intensive und wertvolle Zeit sowie einen emotionalen Bindungsaufbau mit ihrem Kind zu ermöglichen, können Väter nun 31 Tage lang Familienzeit beantragen und währenddessen Kindergeld beziehen. In Kraft treten soll das neue Kindergeld-Konto ab 1. Jänner 2017, für alle Geburten ab diesem Zeitpunkt können junge Mütter und Väter somit vom neuen Kindergeld-Konto Gebrauch machen.