Frauen, die Familie und Karriere unter einen Hut bringen, werden gerne als Powerfrauen bezeichnet. Was zeichnet für Sie eine Powerfrau aus?

Mein Bild von einer Powerfrau hat sich, seit ich Mutter bin, sehr verändert. Früher war das eine sehr idealistische Version. Eine Powerfrau war für mich eine Person, die die Kraft aufbringt, in allen Bereichen ihr Bestes zu geben. Und natürlich bin ich selbst mit dieser Theorie gegen die Wand gelaufen... Jetzt würde ich eine Powerfrau nennen, die die Intelligenz hat, sich die wichtigsten Sachen herauszupicken und diese ordentlich zu machen.

Sie hat die Kraft, nein zu sagen, wenn es zu viel wird und lässt sich dabei keinen Druck von außen machen. Ich arbeite daran, das auch selbst umzusetzen, um meiner eigenen Definition von Powerfrau gerecht zu werden.

Wie gelingt es Ihnen, Familie und Karriere zu verbinden?

Im Alltag ist es sehr wichtig, selektiv zu sein und alles, was übrig bleibt, unter einen Hut zu bringen. Ich nehme viel weniger Aufträge an als vorher, speziell seit meine zweite Tochter auf der Welt ist. Da überlege ich mir genau: Wie sehr interessiert mich eine Sendung oder ein Event? Wie lange dauert es? Wo findet es statt? Nehme ich die Kinder mit oder lasse ich sie zu Hause? Wer passt auf meine Töchter auf?

Wie wichtig ist es, den richtigen Partner an seiner Seite zu wissen?

Der richtige Partner ist sehr wichtig, da man vieles dann besser abstimmen kann. Bei mir ist die Arbeit immer auch mit Reisen verbunden. Das heißt, dass mein Partner und ich das entsprechend einteilen müssen, sodass er bei den Kindern sein kann. Es läuft dann praktisch so ab, dass wenn er mehr arbeitet, ich bei unseren Töchtern bleibe, und wenn ich arbeite und unterwegs bin, tritt er beruflich etwas kürzer.

Sie sind während und nach Ihrer Schwangerschaft beruflich aktiv gewesen. Wie haben Sie das geschafft?

Mir ist es in beiden Schwangerschaften sehr gut gegangen. Bei meiner ersten Tochter konnte ich die ersten sechs Monate ganz ohne Probleme arbeiten und habe da noch Sendungen moderiert. Bei meiner zweiten Tochter war mir in den ersten vier Monaten zwar kotzübel, da konnte ich gar nichts machen. Aber nach diesen ersten Monaten ging es mir wieder so gut, dass ich wieder problemlos moderieren konnte. Es hängt also generell schon sehr davon ab, wie gut oder schlecht es einem während der Schwangerschaft geht.

Von Babyspeck gab es bei Ihnen keine Spur. Welche Tipps und Tricks haben Sie, damit junge Mütter nach der Geburt wieder zu ihrer Figur finden?

Wir wohnen auf einem Hügel und wenn man da zweimal täglich den Kinderwagen rauf und runter schiebt, ist man relativ schnell wieder auf Normalgewicht. Ich bin großer Yoga- und Pilates-Fan und versuche, das auch in meinen Alltag einzubinden. Aber ich denke, man sollte sich als Frau wegen alldem keinen Stress machen.

Man hat nach der Geburt eines Kindes nicht mehr den gleichen Körper wie davor und das hat ja nicht unbedingt mit Kilos zu tun. Ich finde, man darf nach einer Entbindung auch anders aussehen, das sollte man also auf keinen Fall zu eng sehen!

Welche Rolle spielt für Sie gesunde Ernährung?

Natürlich ist gesunde Ernährung wichtig, aber ich glaube, dass jeder, der Kinder hat, merkt, dass es nicht so leicht ist. Meine ältere Tochter war so ein Nichts-Ess-Kind, da war ich froh, wenn sie überhaupt mal etwas aß. Ich versuche aber generell, möglichst viele verschiedene Sachen anzubieten. Was bei meiner Tochter super funktioniert, ist das gemeinsame Kochen. Wenn sie da mithelfen kann, dann will sie die Speisen auch kosten und ist da sehr neugierig. Das ist so mein persönlicher Trick, was die Ernährung betrifft.

Wie steht es ums Naschen?

Ich bin generell dagegen, meinen Kindern etwas zu verbieten. Deshalb darf meine Tochter naschen, aber nicht zu viel. Wenn es doch mal über das Erlaubte hinausgeht, versuche ich ihr zu erklären, dass zu viel Naschen schlecht für die Zähne ist und sie davon Bauchweh bekommt. Ich möchte, dass sie selbstverantwortlich damit umgeht und das funktioniert eigentlich schon ganz gut.

Gibt es etwas, das bei Ihnen nicht auf den Tisch kommt?

Ich selbst habe ja eine Glutenunverträglichkeit und meine ältere Tochter ist laktoseintolerant. Trotzdem koche ich nicht ausschließlich glutenfrei, aber ich selber esse es natürlich nicht. Bei uns zu Hause gibt es grundsätzlich alles und ich versuche auch meinen Kindern möglichst viele Alternativen anzubieten. Natürlich enthalten Weizen und andere Getreide Gluten, aber es gibt so viele Möglichkeiten, glutenfrei zu kochen.

Wenn man daran gewöhnt ist, dass man eine vielfältige Ernährung hat, dann ist das nicht so schlimm, wenn etwas wegfällt. Das merke ich auch bei der Milchunverträglichkeit meiner Tochter. Am Anfang war das fast ein Drama, aber mittlerweile ist das gar kein Problem mehr.

Gibt es abschließend einen Tipp, den Sie Müttern mitgeben möchten?

Ich finde, es gibt viele Erziehungstrends, aber es liegt ja in der Natur des Trends, dass er von einem anderen abgelöst wird. Daher denke ich, dass man diese nicht zu ernst nehmen und da mehr sich selbst vertrauen soll. Also nicht blind irgendwelchen Büchern und Ratgebern folgen, denn jedes Kind ist anders und jede Familie funktioniert anders. Da sollte man auf jeden Fall in erster Linie auf sich selber hören!