Als Erwachsener vergisst man es gerne, doch als Kind erlebt man beinahe seinen gesamten Alltag als Spiel, ohne es selbst wahrzunehmen. Eltern sollten deshalb auf die spielerischen Handlungen ihres Kindes eingehen und diese nicht unterdrücken. Denn um Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen, ist das gemeinsame Spielen von Eltern mit ihren Kindern von entscheidender Bedeutung.

Aber: Spielen will gelernt sein und ein jedes Kind muss erst in das Spielen sprichwörtlich hineinwachsen. Neben Freunden und Geschwistern bilden die Eltern daher für Kinder in Sachen Spiel und Spaß den wichtigsten Bezugspunkt. Sie geben den (spielerischen) Rahmen vor, in dem sich das Kind entwickeln kann.

Dabei sollten Eltern bedenken, dass ihr Kind nicht unbedingt spezielle Förderangebote braucht, sondern vielmehr eine bunte Vielfalt an Spielen. Denn sowohl Spiel und Sport im Freien, als auch Denk- und Brettspiele oder Puzzles helfen dabei, die emotionalen und kognitiven Fähigkeiten eines Kindes zu fördern.

Was das Spielen so sinnvoll macht

Emotional betrachtet ist das Spielen für Kinder eine ideale Möglichkeit, um den Umgang mit Freude und Enttäuschung zu erlernen oder mit Aggressionen umzugehen, zum Beispiel wenn sie in einem Gesellschaftsspiel verloren haben oder andere besser waren. Um die kognitiven Fähigkeiten zu verbessern, gibt es für Kinder kaum etwas Besseres als Brettspiele.

Beim Spielen trainieren sie ihr logisches Denken, lernen sich zu konzentrieren und fördern dabei auch noch ihre Fantasie. Ganz egal, was gespielt wird, Eltern sollten ihrem Kind in jedem Fall immer ausreichend Freiraum zum Toben und Bewegen geben, denn auch das gehört zum Spielen. Gerade im Freien, ob auf dem Spielplatz oder beim Sport, können Kinder ihre eigenen Grenzen erkennen und ihr Selbstbewusstsein schulen.

Und gemeinsame Stunden in der freien Natur zu verbringen, sind generell eine gute Möglichkeit, die Familienzeit sinnvoll zu nutzen. Aber auch Spiele in Ruhe, Bücher lesen oder vorgelesen zu bekommen, gehören zu einem facettenreichen Spielen. Ruhige Beschäftigungen mit Denk- und Brettspielen, Puzzles oder Malen helfen Kindern, runter zu fahren. Die Palette an Möglichkeiten zum Spiel ist also groß.

Wie und was spiele ich richtig mit meinem Kind?

Spieleverlage veröffentlichen immer wieder qualitativ hochwertige Brettspiele für Kinder und Erwachsene. Im Normalfall sind diese mit Altersangaben versehen. Diese weisen darauf hin, dass die Kinderspiele vor der Veröffentlichung altersgerecht getestet und designt worden sind. Sie sollten allerdings in erster Linie als Richtwert gedeutet werden.

Eltern sollten ihrem Kind freie Hand bei der Auswahl geben und alle Formen des Spiels mit ihm gemeinsam entdecken.

Je nach der individuellen Entwicklung eines Kindes sollten Eltern darauf achten, dass sie ihr Kind mit einem neuen Spiel, unabhängig von Altersangaben, weder über- noch unterfordern. Welches Spiel gespielt werden soll, darüber sollte man sich als Elternteil trotzdem nicht ständig den Kopf zerbrechen. Oftmals wollen Kinder ohnehin das Thema des Spiels vorgeben oder ein Spiel selbst aussuchen.

Ansonsten reicht meist ein kleiner Schubs, um das Kind auf eine Spielidee zu bringen. So ist der Spielspaß für die ganze Familie gesichert.

Welches Brettspiel für welches Alter?

Brettspiele werden für Kinder meist ab einem Alter von drei bis vier Jahren interessant. In diesem Alter beginnen Kinder, sich mehr und mehr auch mit anderen Kindern zu beschäftigen. Sie spielen von nun an miteinander und nicht mehr ausschließlich nebeneinander. Die motorischen Fähigkeiten von Kindern werden in diesem Alter immer feiner, gleiches gilt für die Auge-Hand-Koordination und die Reaktionsfähigkeit.

Im Kindergartenalter erlernen Kinder zudem das Spielen nach Regeln. Dadurch werden die eigenen sozialen Fähigkeiten des Kindes verbessert, indem etwa Freundschaften gepflegt werden, das Rücksichtnehmen auf Andere erlernt wird oder einfach nur das Zuhören geschult wird. Viele Brettspiele können aufgrund ihrer Spielanlage genau diese Fähigkeiten fördern.

Je älter Kinder werden, desto komplexere Gesellschaftsspiele beherrschen sie. Das Grundschulalter ist daher meist die ideale Zeit, um derlei Gesellschaftsspiele aller Art zu erlernen. Dem Alter des Kindes entsprechend sollten daher Brett- und Kartenspiele immer zur Grundausstattung eines jeden Kinderzimmers gehören.