Warum haben Sie sich gerade der Brustkrebs-Vorsorge verschrieben?

Ich denke, jeder, der beruflich in der Öffentlichkeit steht, sollte für eine gute Sache eintreten und sich engagieren. Einladungen zu Charitys gibt's ja genug, aber da man nicht alle gleichzeitig unterstützen kann, sollte man sich ein Thema aussuchen, das man von ganzem Herzen vertreten kann. Bei mir ist das die Brustkrebs-Vorsorge.

Sind Sie vom Thema Brustkrebs auch persönlich betroffen?

Als ich etwa acht Jahre alt war, ist meine Tante an Brustkrebs verstorben. Damals wurde ich das erste Mal mit dieser Krankheit konfrontiert. Und einige Jahrzehnte später hat es mich noch einmal persönlich getroffen, als eine sehr gute Freundin mit 42 Jahren nach zwei Jahren Kampf gegen den Krebs im Hospiz verstorben ist. Somit war für mich klar, dass ich etwas für Pink Ribbon machen muss!

Sind sich Frauen bewusst, wie wichtig eine regelmäßige Brustkrebs-Vorsorge ist?

Ich merke in meinem Freundeskreis immer wieder, dass es in vielen Fällen noch keine Selbstverständlichkeit ist, regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Woran könnte das liegen?

Ich glaube, dass viele Frauen immer noch Angst davor haben, regelmäßig zur Mammographie zu gehen und erst dann etwas unternehmen, wenn sie schon einen Knoten in der Brust spüren oder schon eine Rötung auftritt. Dabei kann man bei früherer Diagnose noch viel mehr tun. Besser, man weiß schon im Vorhinein, was im Körper los ist.

Was können Frauen neben den Vorsorgeterminen selbst tun?

Das regelmäßige Abtasten der Brust, einmal im Monat nach der Periode, sollte eine Selbstverständlichkeit sein und zum Ritual werden. Auch finde ich, dass es in Schulen wichtig wäre, den Schülerinnen ab einem gewissen Alter im Sexualkundeunterricht zu erklären, wie man die Brust richtig abtastet. Denn nur so wird die regelmäßige Selbstuntersuchung zur Selbstverständlichkeit.

Welche Entwicklungen würden Sie sich beim Thema Brustkrebs-Vorsorge für die Zukunft wünschen?

Junge Mädchen, die das erste Mal zum Frauenarzt gehen, sollten dort einen Einführungsunterricht in das richtige Untersuchen der eigenen Brust bekommen und so mit dem Thema konfrontiert werden. Denn man kann nicht von erwachsenen Frauen erwarten, dass sie sich regelmäßig um die Vorsorge kümmern, wenn das in jungen Jahren überhaupt kein Thema war. Auch wäre es wichtig, wenn Mütter mit ihren Töchtern darüber sprechen würden.

Gibt es eine Botschaft, die Sie unseren Leserinnen mitgeben möchten?

Mädels, bitte: Habt keine Angst! Betrachtet euren Busen wie die beste Freundin. Kümmert euch um ihn, befasst euch mit ihm, pflegt ihn. Wenn man das tut, ist man bei sich selbst und fühlt seinen Körper. Und wenn sich dann etwas verändert, erkennt man es rechtzeitig und kann ganz gezielt etwas dagegen tun.