Niely Hoetsch
Designerin und Hochzeitsmessenveranstalterin

Wer heiratet, trifft Entscheidungen – auch im Styling. Niely Hoetsch, Organisatorin einer der größten Hochzeitsmessen Österreichs, kennt den entspannten Weg zum Brautkleid: „Die Beratung ist sehr wichtig.“ Es bedeutet, dass das Kleid rechtzeitig im Vorhinein bestellt und die Anpassung gut gemacht wurde. „Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Bräute ich schon weinend vor mir gehabt habe, weil das zwei Wochen vor der Hochzeit gelieferte Kleid zu kurz ist, zu eng oder die Nähte nicht gut verarbeitet“, weiß Niely Hoetsch.

Daher gilt: Je früher bestellt wird, desto besser. Die Expertin rät, sich mindestens drei Monate vor der Feier für ein Kleid zu entscheiden, denn in der Regel muss es nach einigen Wochen Lieferzeit erst angepasst werden. Die Brautkleider der Saison 2013 zeichnen sich laut Niely Hoetsch durch eine hohe Neckline und einen tiefen Rückenausschnitt aus. Ebenso sind lange Ärmel in Mode. Designer arbeiten heuer viel mit „Illusion-Effekten“, wenn ein beinahe transparenter Stoff wie Chiffon, Spitze oder Organza, zarte Muster auf Rücken und Oberkörper zeichnet.

Alles ist in Veränderung

Bei den Herren verlief die Suche nach dem Hochzeitsoutfit bisher meist weitaus pragmatischer als bei den Damen. Ins Geschäft gehen, probieren, kaufen. Niely Hötsch hat in den vergangenen Jahren bemerkt, dass sich diese Hochzeitskultur verändert. Manchmal heimlich, gerne unbeobachtet blättern die zukünftigen Ehemänner in Hochzeitsmagazinen und machen sich Gedanken darüber, was für Garderobe sie bei ihrer Hochzeit tragen wollen.

Die Managerin freut diese Entwicklung: „Ja, denn warum feiert man? Um der Gesellschaft zu zeigen, dass zwei Menschen eine Entscheidung getroffen haben und sich darüber freuen!“ Eine wichtige Entscheidung, die keiner alleine trifft. Durch die Wahl der Garderobe hat das Paar die Möglichkeit die Besonderheit des Ereignisses hervorzuheben und den Tag ganz in ihrem Stil zu verbringen.

Die wichtigste Nebensache: Styling

Am Tag der Hochzeit sollten Männer sich laut Niely Hoetsch eines nicht entgehen lassen – den Stylisten. „Es ist so ein netter Moment, wenn der Stylist fertig ist mit der Braut und dann zum Bräutigam geht. Wenn die Frisörin die Haare zurecht macht und die Visagistin den Mann noch ein wenig einpudert.“ Denn eines ist sicher: Der Unterschied ist auf den Fotos sichtbar. Abgesehen davon ist es jedoch auch ein Stück intimer Vorbereitung des Paares kurz vor der Zeremonie, die Mann sich nicht entgehen lassen sollte.

Für die Wahl des Visagisten gilt: Event- und Hochzeits-Make-Up erfordert eine besondere Qualifikation und viel Erfahrung. Anders als bei einem alltäglichen Make-Up muss es nämlich sowohl bei Tageslicht als auch bei künstlichem Licht funktionieren. Gleichzeitig muss es von Angesicht zu Angesicht dezent genug sein, um natürlich zu wirken, jedoch das Beste im Gesicht auch für die Kamera betonen und Problemstellen kaschieren. Der Herausforderung noch nicht genug, soll es auch noch den ganzen Tag anhalten. Eine neue Möglichkeit bietet Airbrush-Make-Up. Die Designerin weiß: „Für das Auftragen muss man zwar geduldig und der Make-Up-Artist geübt sein, dafür hält es jedoch auch länger an und deckt feiner ab.“ Trends, wie in diesem Jahr Smokey Eyes in Farbe, kommen und gehen.

Wichtig ist jedoch laut Niely Hoetsch nur eines: „Das Make-Up und die Accessoires sollen den Typ der Frau unterstreichen und ihre Vorzüge betonen.“