Erstes Trimester: 1. bis 12. Schwangerschaftswoche (SSW) – Frühschwangerschaft

Während das Kind im Mutterleib in rasanter Geschwindigkeit vom Zellhaufen (Blastozyste) zu einem kleinen Menschen heranwächst, ist der Mutter die Schwangerschaft kaum anzusehen. Dennoch bereitet sich ihr Körper jetzt schon auf die extra Ladung (im Schnitt 10 bis 12 Kilogramm plus) vor, die er in den kommenden Schwangerschaftswochen zu tragen hat: Bislang statische Strukturen der Lenden- und Brustwirbelsäule, der Rippen und des Kreuzbeingelenks müssen beweglich werden, um Platz für's Kind zu schaffen.

Hinzu kommen erschwerte Aufgaben für die Muskeln, insbesondere die des Rückens, die ihre Kollegen am Bauch enorm entlasten. Das Hormon Relaxin hilft beim Umstellen von Strukturen, es lockert Bänder & Co. – der Relaxinspiegel ist im ersten Trimester am höchsten. Gegen leichte Rückenschmerzen hilft regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Schwimmen oder Spazieren. Wichtig: Bei stärkeren Rückenschmerzen sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Zweites Trimester: 13. Woche bis 28. SSW

Das Kind wächst und wächst – und der Mutter schmerzt der Rücken zunehmend. Viele Frauen schieben schon jetzt das Becken vor: Es bildet sich ein Hohlkreuz, das die S-Form der Wirbelsäule betont und ihre Stabilität (Gleichgewichtsprobleme) beeinträchtigt. Zugleich verstärkt die sogenannte Lordose-Haltung Rückenschmerzen und Verspannungen. Hier gilt es, bewusst gegenzuhalten und das Becken immer wieder aufzurichten: „Bauch rein!“ statt „Watscheln wie eine Ente“.

Bei Schmerzen und verspannten Muskeln hilft außerdem Wärme gut (warmes Kirschkernkissen, Wärmflasche an die schmerzende Stelle – geht auch gut im Büro – oder warmes Wannenbad für den ganzen Körper nach Feierabend). Massagen, regelmäßige Gymnastik (tiefer Hocksitz, Schulterbrücke) und Yoga (im Vierfüßlerstand: Katzenbuckel und Kuhrücken im Wechsel) sorgen für Entspannung.

Besuchen Sie einen Kurs für Schwangere, um Bewegungen zu erlernen, die Ihren Rücken im Alltag entlasten.

Drittes Trimester: 29. bis 40. SSW

Um die 30. Woche herum erreicht die Gebärmutter ihren höchsten Stand unter dem Rippenbogen: Sie ist größer als ein Fußball! Der Brustkorb verschiebt sich bis zu fünf Zentimeter nach oben, die äußeren Rippen werden nach außen gebogen, um dem Kind Platz zu machen. Das Mehr an Gewicht erschwert jetzt jede Bewegung der Mutter, ein Großteil der Schwangeren hat unter teils heftigen Rückenschmerzen zu leiden, vor allem im unteren Rücken.

Abhilfe schafft beispielsweise die Stufenhaltung: Dazu legen Sie sich rücklings hin und die Beine erhöht ab (auf die Sitzfläche eines Stuhls), sodass die Lendenwirbelsäule flach am Boden bleibt und die Beine im rechten Winkel sind.

Wer zum Ende der Schwangerschaft viel unterwegs ist, zum Beispiel wegen des Jobs oder eines weiteren Kindes, der kann auch auf Hilfsmittel wie stützende Schwangerschaftswäsche oder Schwangerschaftsgürtel (sogenannte Orthesen) setzen. Sie stützen und entlasten den Rücken beim Tragen des Bauchgewichts.